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Jeschurun · 1867-12-01 · Heft 3 (Dezember 1867) · p. 78

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
14 (1867-1868)
Issue
Heft 3 (Dezember 1867)
Article
Worte, gesprochen in der Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft zu Frankfurt a. M. ... zum Gedächtnis des am 12. Marcheschwan verstorbenen Oberrabbiners Salomon Klein zu Colmar
Date
1867-12-01
Page
78 (sequence 8)
Language
German
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78 Worte ic. 1c. zum Gedachtmß des verstorbenen wärt! gen? So gewiß schon ein Josua nur ein Mond der Sonne MosiS gegenüber gewesen ist, so gewiß in all den Jahrhunderten und Jahrtausenden bis zur Jetztzeit kein Sterblicher war, der nur im Entfcrntcstcn mit Moses verglichen werden konnte, so bleibt doch daS Licht auch in der letzten Ausstrahlung immer noch Licht, und wo es einen Menschen gibt, aus welchen die eben gezeichneten Charakterzüge, sei es immer in dem beschrankten, verjüngten Maßstab unserer Zeit, in dem beschränkten, verjüngten Maßstab unseres heutigen Stre- - benS, nicht alle Anwendung verlieren, so werden wir uns immer sagen müssen; seht, das war ein echter Schüler Mosis, er hat den Geist der wo Nim in sich ausgenommen und ihn für seine Zeit, in seinem Kreise zu verwirklichen gestrebt. Und strahlen nicht alle diese Züge in dem Leben unseres Salomo Wolf Klein wieder? .צדקות ר' עשה ומשפטיו עם ישראל Wo es etwas Gutes, etwas Wohlthätiges, wo es Heilbringendes auf Erden zu schaffen gab, wo eS im Namen Gottes galt für den Kreis, in welchcm Salomo Wolf Klein wirkte, etwas Gutes zu schaffen, irgend einer Nvth zu steuern, irgend einem Elend abzuhelfen, irgend einem Verzweifelnden Trost zu bringen, wo es galt, sich der Armen anzunehmen, ihre Kinder zu Menschen und Bürgern heranzubilden, wo es galt für die Verlassener, eine Pflanzstätte zu errichten, wo 'צדקות ד eines Werkzeugs bedurften, da war Salomo Wolf Klein der Erste und auch mitunter der Erste und Letzte und Einzige, der in setnem weichen, weite» Herzen, mit seinem milden und menschenfreundlichen Gefühle, die leibliche und geistige Noth seines Kreises mitfühlte und nimmer ruhte bis Hülfe ward. Wer riefe sie alle wach, alle die Hütten und Häuser seines Kreises, die alle Zeugen setnis Wandels in ihrer Mitte gewesen, daß sie Zeugniß ablegten, wie Klein צדקות ד' עשה, wie dieser Mann, dessen ganzes Herz aufging in Milde, in Bescheidenheit, in Menschenfreundlichkeit, in einer Weichheit der Gesinnung, wie sie eben nur in dem jüdischen Gcmüth sich zeitigt, wie er als Mensch, als Jude, als Rabbiner, die Pflichten seines Berufes verstanden! Mögen Andere seines Berufes, seines Standes, in ihrem Amte das Privilcgium der Muße, der Bequemlichkeit, der thatenlosen Ruhe, eine Stellung der Ehre, deS äußeren Anstandes, mitunter der äußeren Comodie. erblichen! AabbtSalomo Wolf Klein hatte sein Amt an-

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