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Jeschurun · 1867-12-01 · Heft 3 (Dezember 1867) · p. 76

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
14 (1867-1868)
Issue
Heft 3 (Dezember 1867)
Article
Worte, gesprochen in der Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft zu Frankfurt a. M. ... zum Gedächtnis des am 12. Marcheschwan verstorbenen Oberrabbiners Salomon Klein zu Colmar
Date
1867-12-01
Page
76 (sequence 6)
Language
German
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% Worte rc. rc. zum Gedächtniß des verstorbenen jüdischen Lebenskraft erstorben, an dem Grabe dieses Mannes müßten ste erwachen, müßten vor Allem Die sich schämen lernen vor der Leiche, vor dem Andenken dieses Mannes, den sie so allein haben gehen lassen, den sie so allein haben kämpfen lassen, den sie so allein ha' den sterben lassen, den sie so allein der Schmach, dem Hohn der Leichtsinnigen haben auSgesetzt sein lassen, und haben doch im Herzen die Wahrheit der Sache gefühlt, für die er gelebt und gestritten, und haben doch im Herzen der Sache gehuldigt, in deren Namen er so hoch, so glänzend hoch das Panier erhoben! An seinem Grabe, bei seiner Leiche müßten Die sich geloben כפרת מיתתו Sühne für seinen Heimgang zu werden, und nun, da er gestorben, für das zu leben, wofür er bis zum letzten Athemzng gelebt! Die Klage um den Hintritt eines solchen Mannes wird zu keinem Klaagedicht, zu keiner Klagerede, die in rhetorischem Schmuck zu glänzen suchte —■ die Klage hat ein unendlich größeres Ziel, eine unendlich heiligere Bedeutung, einen unendlich tieferen Ernst. Als David um Saul und Jonathan klagte, wie da הצבי ישראל על במחיך הלל, wie da der Herrlichste unter den Herrlichen Israels auf der Hohe seiner irdischen Errungenschaften als Leiche lag, wie ba■נפלו גבורים ויאבדו כלי מלחמה, wie da mit Saul und Jonathan aller Heldenmuts) und alle Heldenkraft in Israel zu Grabe gegangen und damit die Waffen verloren gegangen waren für den Tag des Kampfes: --da klagte er nicht um zu singen, da dichtete er nicht um zu glänzen, ויאמר, heißt es, er sprach seine Klage ללמד כני יהודה קשת, um die Jugend, um die jüdische Jugend, um die Sohne Judas zu begeistern, dm Bogen des jüdischen Kampfes zu ergreifen und Ersatz zu werden für die Helden, die dahiugegangen, daß mit ihnen nicht alle Waffen des Krieges verloren! Eine solche Klage הנה כתובה על מפר הישר, die gehört mit hinein in das Buch der Rechtschaffenheit, in jenes Buch, aus welchem wir Alle zu schöpfen haben die Rechtschaffenheit, die Geradheit, die Pflichttreue, die Reinheit unseres Seins, die Männlichkeit unseres Wandels, da ist eS selbst eine Sühne, ein sühnender Versuch, eine sühnende, heiligende Arbeit an sich selbst, bei dem Andenken eines solchen Mannes sich zu vergegenwärtigen, was er gewesen! Wer hat ihn nicht gekannt? Wer hat nicht von ihm gehört? Wer, wenn er ihn schaute, sah nicht das Ehrwürdige seines Seins und Wollenst Wer will uns zeichnen

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