Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1867-1868)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1867)
- Article
- Skizzen zu einer Geschichte der Juden in Köln
- Date
- 1867-10-01
- Page
- 21 (sequence 4)
- Language
- German
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Bon vr. Schwarz. 21 boren, in einem Alter von 4 Jahren von seinem Vater in Marburg getauft und 1572 Pfarrer an St. Marienablaß wurde, in einer Predigt vor versammeltem Volke den Gebrauch der Heiligenbilder als gotteslästerlich und heidnisch, worauf er seiner Aemter und Würden entsetzt ward. 1599 erließ der Kurfürst von Köln, Ernst von Bayern eine neue Judenordnung für das Erzstift, wonach ihnen der Ankauf von Liegenschaften untersagt war, ebenso die Betreibung der Kaufmannschaft und der Handwerke, mit Ausnahme des Glaserhandwerks. 1614 erneuerte diese Ordnung der Kurfürst Ferdinand von Bayern und 1700 der Kurfürst Joseph Clemens. Es heißt in des Letzteren Rescript: Die Juden sollen ihre Wohnungen nicht zu nahe bei den Kirchen, sondern wenigstens vier Häuser davon, die Synagoge aber, damit der katholische Gottesdienst nicht behindert werde, noch weiter davon haben. Auch sollen sie bei keinem Christen unter einem Dache wohnen. Das Kölner Memorial-Buch der jüdischen Gemeinde hat folgende Notiz: "17) ביום ב׳ ר״ח אייר חק״נחי לזכרון. April 1798) sind wir Unterzeichneten von Mühlheim am Rhein nach Köln gezogen. Nicht allein, daß beinahe in 500 Jahren (soll wohl heißen 400, denn seit 1424 sind erst 374 Jahre verflossen) kein Jude hier gewohnt השגי טורח ביום השלישי סרח וזה החרוז לפעמים מגרש אותם ביום הראשון Sein intimer Umgang mit dem Kurfürst Gebhard Truchseß von Walbürg, welcher, ein Anhänger Luthers, von Gregor XIII. ercommunicirt und von Rudolf II. in die Rcichsacht erklärt wurde, ließ ihn schon als Licentiaten der Theologie antikatholischer Grundsätze verdächtig erstbeiuen. - Wehden erzählt S. 281 von einem anderen jübischen Cenvertilcn, der Cauonieus des Stifteö St. Anorcas war. In seiner Sterbestunde befahl er, einige Ziegelsteine iu Essig zu kochen. Als sic eine Zeit lang gekocht, fragte er, ob die Ziegel weich geworden? und als man dieses verneinte, sprach er: So wenig es möglich, die Steine weich zu sieden, ebenso unmöglich ist es, daß. ein Jude von seiner Ueberzeugung und seinem Glauben lasse. Und er starb als Jude. Zur Erinnerung au diese Begebenheit mauerte man an dem Hause, welches der Cauonieus bewohnt hatte, an der Ostseite des Andreas-KlosterS rnehrere Ziegelsteine in den Giebel.