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Jeschurun · 1867-10-01 · Heft 1 (Oktober 1867) · p. 14

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Journal
Jeschurun
Volume
14 (1867-1868)
Issue
Heft 1 (Oktober 1867)
Article
Die Hypothesen der Bibelkritik und der Commentar zur Genesis von Herrn Rabbiner S. R. Hirsch
Date
1867-10-01
Page
14 (sequence 14)
Language
German
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Die Hypothesen der Bibelkritik. 14 zweiten Kapitels sich stützende Behauptung Knobels, daß Gott in diesem Kapitel ״sehr menschlich" erscheint, ״während der ältere Er- ״zähler Gott mehr in göttlicher Erhabenheit hält*)." Jeder Unbefangene wird die Nichtigkeit dieser Anschauung erkennen und zugeben, daß die Begriffe von der göttlichen Erhabenheit durch die in den angeführten Versen erzählten Thatsache» ebensowenig als z. B. durch Kap. 1 V. 4- 7. 16. 17. 21. 22. 25. 26 beschränkt werden. Es gab allerdings bekanntlich manche philosophische Systeme, welche die Schöpfung der Materie als mit der göttlichen Erhabenheit nicht in Einklang stehend zu betrachten vermochten, und daher zu der Emanationstheorie ihre Zuflucht nahmen, mit der jedoch die Frage», die dadurch beantwortet werden sollten, nicht gelöst wurden. Daß aber das erste Kapitel der Genesis Gott als Schöpfer der Welt, ihrer Stoffe und Wese», ihrer Kräfte und Gesetze lehrt, wird auch von der Bibelkritik nicht in Abrede gestellt. Wenn aber die im 1. Kap. Gott zugeschriebenc Schöpfung der Welt und ihrer Dinge mit der göttlichen Erhabenheit nicht in Widerspruch steht, so könlien auch die im 2. Kap. erzählten Thatsachen über die spezielleren Seiten der von Gott ansgegangencn Menscheubildung und zum Heile der Menschen geförderten Weitcrentwickelung der Erdwelt mit der göttlichcn Erhabenheit nicht in Widerspruch stehen, da durch die das Mcnschenhcil und die Menschenbcsttmmnng begründenden Gotteswerke Gott nicht ״menschlicher" erscheint, sondern nur die hohe Stellung ausgesprochen ist, die dem Menschen von Gott ertheilt wurde und die Grundlage der sittlichen Wcltordnung ist. Weßhalb aber eben in Bezug auf die in den angeführten Versen erzählten Thatsachen die Zusammensetzung ך׳ אי״קי׳ gebraucht wird, ergibt sich *) Welche Anschauungen übrigens dieser Bibelkritiker von den auch in jenen Lheilen des Pentateuch, die er der ״Grundschrift" also dem ״älteren Erzähler" angehöreud hält, ausge prochenen Gottesbegriffen hat, ist aus seiner zuin ersten Kapitel V. 27 gemachten Bemerkung ersichtlich, wo er behauptet: ״Ohne Zweifel dachte der alte Hebräer sich Gott nicht ohne alle Gestalt." — ״Daß unser (der ältere) Erzähler das Aeußcre nicht von! Bilde Gottes ausschloß, lehrt auch die Stelle 5, 1. 3-"

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