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Jeschurun · 1867-10-01 · Heft 1 (Oktober 1867) · p. 12

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Journal
Jeschurun
Volume
14 (1867-1868)
Issue
Heft 1 (Oktober 1867)
Article
Die Hypothesen der Bibelkritik und der Commentar zur Genesis von Herrn Rabbiner S. R. Hirsch
Date
1867-10-01
Page
12 (sequence 12)
Language
German
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12 Die Hypothesen der Bibelkritik. V. 8—15 sich bekundende ״Kennt n iß von Dingen des östlicheren Asiens" als einen Grund für die Verschiedenheit der Verfasser der Genesis anzuführen. Sollten die Werke der Btbelkritik von der Nach- Welt mit demselben ״kritischen Auge" betrachtet werden, mit dem die gegenwärtigen Btbelkrittker die Bibel behandeln, so könnte leicht Jemand aus den Gedanken kommen, auch in Bezug auf Knobels Commentar zur Genesis eine Verschiedenheit der Verfasser zu behaupten, da es wohl schwer halten dürfte, zu glauben, daß Ein Autor in demselben Werke sich so widerspricht, wie es bei Knobel hinsichtlich der in den Vorbemerkungen angenommen und in der Texteserklärung negirten ״Kenntniß von Dingen" der Fall ist. Aber auch abgesehen von diesem Widerspruche ergibt sich aus der ganzen Be- Handlung, daß die Bibelkritik zu einer Feststellung der in der äugeführten Bibelstelle erwähnten Flüsse und Länder nicht gelangt ist; denn so lange eine zur Erläuterung des biblischen Textes dienen sollende Combinatio» nur durch die Annahme einer der betreffende» Stelle zu Grunde liegende Unkcnntniß aufrechrerhalten werden kan», ist die Textcsstelle noch nicht erklärt, muß zugegeben werden, daß derjenige, der sic mit einer solchen Annahme intcrpretirt haben will, keine sichere Kenntuiß der in ihr bezeichnetcn Objekte hat. Wir überlassen es daher dem Urtheile jedes Denkenden, ob man vom wissenschaftlichen Standpunkte aus ein Recht haben kann, hinsichtlich irgend eines zu erläuternden Werkes eine Kenntniß oder Uukenntniß von ״Dingen" zu behaupten, solange man selbst keine sichere Kenntnis; davon hat, welche ״Dinge" in der zu erläuternden Stelle gemeint sind. Der vorl. Commentar, dessen Ziel es ist, den biblischen Text ans sich selber zu erklären, hat auf die Feststellung jener 4 Flüsse verzichtet, zur Auffassung der Stelle und zur Beseitigung des ander geographischen Beschreibung erhobenen Anstandes aber durch die sprachlich vollkommen begründete Bemerkungbeigetragen, daß ראשים ״nicht Arme, sondern ganz gethcilte Anfänge*), Ursprünge, da- ׳״׳) Auch Knobel gibt diese Bedeutung zu, da er in seinem Commentare S. 25 die betr. Stelle übersetzt: ״und wird zu vier Anfängen."

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