Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1867-1868)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1867)
- Article
- Die Hypothesen der Bibelkritik und der Commentar zur Genesis von Herrn Rabbiner S. R. Hirsch
- Date
- 1867-10-01
- Page
- 10 (sequence 10)
- Language
- German
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40 Die Hypothesen der Bibelkritik. Knobel sagt S.22 nach Anführung der Widersprüche, hinsichtlich welcher wir bereits gezeigt, daß sie in der Wirkichkeit nicht existiren: ״Dazu kommt die wunderbare Art der beiden hervorge- ״hobenen Bäume (V. 9) und die Erschaffung des Weibes (V. 21 s.) ״sowie die Kcnntniß von Dingen und Sagen des östlicheren Asiens ״(B. 8—15); jene Paßt minder zur Einfachheit und Natürlichkeit ״des E....sten und diese läßt sich für die alte Zeit des letzteren nicht ״wohl bei den Hebräern annehmen, wogegen beim J....isten solche ״Sachen auch sonst gewöhnlich sind." — Wieso das Wachsenlassen der V. 9 hervorgehobenen Bäume und die V. 21 s. sich befindende Erzählung über die Erschaffung des Weibes, die, wie bereits oben gezeigt wurde, mit dem Berichte des I.Kap. durchaus nicht tn Widerspruch steht, wunderbarer als die in letzterem erzählte Schöpfung der Welt und aller ihrer Wesen ist, wird von der Bibelkritik nicht nachgewiesen, weßhalb die Behauptung eines Contrastes zwischen diesen beiden Stellen und dem ersten Kapitel auf rein subjektiver, willkürlichcr Anschauung beruht, die keiner Widerlegung bedarf. Daß aber die nach Ansicht Knobels bei den Hebräern der alten Zeit nicht anznnehmende ״Keuntniß von Dingen und Sagen des östlicheren Asiens" als Grund für die Verschiedenheit pentaleuchischer Verfasser angeführt wird, die aus V. 9—15 hervorgehen soll, gehört zu den für die Bibelkritik höchst charakteristischen Aufstellungen. Es ist bekannt, daß über die in den angeführten Versen erwähnten Flüsse und Länder die verschiedensten Ansichten vorhanden sind, und daß man, bei den mannigfachen Versuchen, dieselben auszufinden, noch zu keinem anderen Resultate gelangen konnte, als daß Ppnn der Tigris und N12 der Euphrat ist; selbst die erstere Annähme bedarf noch der Sicherstellung, da, wie auch in dem vorl. Comm. erwähnt wird, der Tigris im Westen von Assyrien fließt. Auch aus Knobels Commentar, in welchem die Feststellung mit vieler Gelehrsamkeit versucht wird, ist das Zweifelhafte und Schwankende aller hierauf sich beziehenden Combinationen ersichtlich; erführt an, daß nach Relatid disserfct. miscell. I.p. 3 ff. Link Urwelt I. S. 305 f. v. Lengerke Kenaan I. S. 22 f. Kurtz Gesch. des A. B. I. S. 36 u. A. Armenien als der Aufenthalt der ersten Menschen zu betrachten ist, und daß sich dort ״zur Noth" auch die beiden andern Flüsse finden lassen, der פישון der Phasis sein