Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1867-1868)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1867)
- Article
- Die Hypothesen der Bibelkritik und der Commentar zur Genesis von Herrn Rabbiner S. R. Hirsch
- Date
- 1867-10-01
- Page
- 4 (sequence 4)
- Language
- German
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4 Die Hypothesen der VibÄkritik. ״dies, wie weitab der Begriff ״Ewiger" von seiner eigentlichen Be- ״deutung liegt, und wie dieser Begriff, unter welchen man gemein- ״hin diesen Namen faßt, nicht im Entferntesten ihm entspricht, ge- ״schweige ihn erschöpft. ״Ewig" ist ein metaphysischer, transcendenta- ״ler Begriff, der kaum irgendwie eine praktische Beziehung zu Et- ״was anderem, geschweige denn zu unserem Sein und Werden ent- ״hältEin ewiges stellt sich uns als das in sich geschlossenste Da- ״sein dar. Das von einem Wesen ausgesprochene Prädikat der Ewig- ,feit offenbart uns nichts als die Art seines subjektivsten Seins, ״und enthält nicht das leiseste Merkmal seines Wirkens tutb Wal- ״tens. Der Gedanke ״Ewig" läßt unser Herz kalt und enthält nichts ״für unser Leben, ist somit außer aller Verwandtschaft mit מרח הרהמים". Der vierbuchstabige Gottesname, unter welcher Punk- ״tation auch immer gedacht — die überlieferte ist ja die des שם אדנות", mit welchem wir ihn aussprechen stellt sich nicht als das ״Präsens einer intransitiven Kalsorm, sondern als das Futurum ״einer transitiven Piel- oder Hifil-Form der Wurzel היה dar, somit ״nicht: der Seiende, sondern: der Sein Spendende, auch nicht: der ״das Dasein gespendet Habende, sondern: der zur. Spende neuen ״Seins Bereite, und das ist ja eben in tiefster Fülle: .מרח הרחמים ״Gott ist nicht der ewige ״Alte der Tage", der, nachdem er die *) Auch nichtjüdische Gelehrte, wie Delitzsch, Hofmanu,׳Baumgarten stimmen darin überein, daß der Wortbegriff des Namens 'ר ein geschichtlicher kein blos metaphysischer ist; ihre Erklärung dieses Gottesnamens erweist sich aber schon darum als eine irrige, weil sie den Begriff des Werdens zu Grunde legen, was bereits von Keil benterkt wurde; aber auch die Deutung dieses Gelehrten muß, selbst t abgesehen von den konfessionellen Tendenzen, die er gleich manchen seiner Vorgänger, deren Erklärung er als mißlungen bezeichnet, in seiner Abhandlung verräth, sowohl vom sprachlichen Gesichtspunkte als bei der Anwendung auf die einzelnen Stellen als unrichtig erkannt werden; er sagt nämlich a. a. O. S. 235: ״Der Richter ist nach konstanter Lehre des A. T. ganz eigentlich I...."; daß aber nicht der Name 'ר sondern, wie unsere Weise lehren, 'קי^ Gott als Weltrichter bezeichnet, ergibt sich schon daraus, daß auch menschliche Richter הים^ genannt werden.