Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1866-1867)
- Issue
- Heft 12 (September 1867)
- Article
- Die Hypothesen der Bibelkritik und der Commentar zur Genesis von Herrn Rabbiner S. R. Hirsch
- Date
- 1867-09-01
- Page
- 405 (sequence 9)
- Language
- German
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Von Dr. I. Gugenheimer. 405 kung hinsichtlich der Baum fruchte, nicht aber hinsichtlich der übrigen im ersten Kap. dem Menschen zugewiescnen Vegetabilien enthält, ist es natürlich, daß dem Verbote nur die Erwähnung jener Pflanzengattung vorausgeht, der die untersagte Frucht angehvrt und wäre es eine ganz zwecklose Wiederholung, wenn im 2. Kap. auch jene Pflanzengattung, von der durch das Verbot nichts ausgenommen wird, erwähnt wäre. Nachdem wir nun gezeigt, daß sämmtliche Widersprüche, welche die Bibelkritik im 2. Kap. entdeckt zu haben glaubt, in der Wirkltchkett nicht vorhanden sind, haben wir uns demjenigen Umstande zuzuwenden, der von sämmtlichen Bibelkritikern trotz der Divergenz ihrer Ansichten als besonders wichtig gehalten wird, und der auch der von der Bibelkritik gewählten Bezeichniing der ihren Hypothesen gemäß verschiedenen Bestandtheile zu Grunde liegt, nämlich dcm wechselnden Gebrauche der Gottesnamen 'קי!< und 'ד. Es wurde bereits erwähnt, daß der Impuls zu der neueren Bibelkritik von dem beigischen Arzte Astruk ausgiug, der in einer 1753 zu Brüssel erschieneuen Schrift in dem Gebrauche des einen oder andern dieser Gottesnamen ein Kriterium für den Ursprung der einzelnen Theile der Genesis zu finden glaubte und auf Grund dieser vermeintlichen Entdecknng die Hypothese von der Zusammensetzung der Genesis aus zwei Haupturkunden unter Benutzung mehrerer anderen aufstellte. Diese Trennungs- oder Urkunden-Hypolhese wurde von späteren Kritikern aufgegebcn, welche die Ergänzungs-Hypothese aufstcllten, nach der diejenigen Stücke, in welchen der Gottesnamen 'אקי gebraucht wird, die Grundschrift dos Pentateuchs bilden, die ein Späterer, welcher nach dem vorwaltenden von ihm gebrauchten Gottesnamen 'ד als der I... ist bezeichnet wird, ergänzte und erweiternd bearbettete. Die Anhänger dieser Hypothese stellen die verschiedene Bedentung der erwähnten Gottesnamen zwar nicht in Abrede, und machen den Wechsel derselben auch nicht mehr, wie die Anhänger der Ursind, werden die Worte p>n pp מכל im negativen Sinne aufgefaßt; iu dem Commentare des Hrn. Rabbiner Hirsch wird gezeigt, wie die in der erwähnten Thalmudstelle angeführte dem Anscheine nach fern liegende Erklärung des R. Jochanan bei tieferem Eingehen sich durch den Wortlaut des Verses begründen läßt.