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Jeschurun · 1867-09-01 · Heft 12 (September 1867) · p. 404

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Journal
Jeschurun
Volume
13 (1866-1867)
Issue
Heft 12 (September 1867)
Article
Die Hypothesen der Bibelkritik und der Commentar zur Genesis von Herrn Rabbiner S. R. Hirsch
Date
1867-09-01
Page
404 (sequence 8)
Language
German
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404 Dis Hypothesen dev Bibelkritik ״kclt desselben gefährdet würde" — ganz abgesehen von der Falschheit der Voraussetzung, auf der sie beruht — eine für den wissenschaftlichen Ernst der Bibelkritiker höchst charakteristische Flüchtigkeit; denn selbst wenn man zugebcn wollte, daß im 2. Kap. von der Schöpfung der Pflanzen und Thierc die Rede sei, was aber, wie oben nachgewiesen wurde, nichtder Fall ist, so wird doch auch die Bibclkritik einräumen müssen, daß von einer ״vollständigen" wenn auch noch so gedrängten und nur die primitivsten Fragen beantwortenden KoSmogonie doch mindestens einige Andeutungen über die Scheidung des Wassers vom Erdstoffe, über die Lichtkörper, über die Wasserthiere zu erwarten wären. Von der Erwähnung dieser Schvpfnngswerke kann aber selbst die willkürlichste Auslegung im 2. Kap. keine Spur finden, weßhalb die behauptete ״Vollständigkeit des zweiten Berichtes" zu den Erdichtungen der Bibelkritik gehört. Wir haben zur vollständigen Würdigung der von der Bibelkritik angenommenen Widersprüche zwischen dem ersten und zweiten Kapitcl der Geucsts noch einer von Knobel behaupteten Abweichung zrwerwähnen, die darin bestehen soll, daß auch hinsichtlich der ״früheften Ernährungsweise des Menschen" das zweite Kapitel mit dem ersten nicht vereinbar sei. Knobel will nämlich aus 2, 16 schließen, daß der Verfasser des 2. Kap. annahm, ״daß die Menschen in der ״ersten Zeit allein von Banmfrüchten lebten und erst später zu Ge- ״niüse und Körnern schritten", während oer Verfasser des 1. Kap. ״gleich anfangs Beides den Menschen zutheilt." Nur das von der dogmatischen Befangenheit der Bibelkritik geleitete Streben, zwischen den ihrer Voraussetzung nach älteren und jüngeren Bestandtheilen der Genesis möglichst viele Widersprüche zu entdecken, läßt die Ansührung dieser vermeintlichen Abweichung erklären; denn jeder Unbefangene muß einsehen, daß die Tendenz des 16. V. des 2 Kap. keineswegs in einer positiven Bestimmung über die Ernährungsweise des Menschen liegt, sondern daß damit nach dem einfachen Wortlaute nur der Befehl, von dem Baume der Erkenntniß nicht zu essen, eingeleitet wird.*) Da nun dieses Verbot nur eine Beschran- *) Auch in einer L>anhedrin 56 b sich befindenden Auslegung, nach der in diesem Verse die sieben uvachidischen Pflichten angedeutet

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