Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1866-1867)
- Issue
- Heft 12 (September 1867)
- Article
- Die Hypothesen der Bibelkritik und der Commentar zur Genesis von Herrn Rabbiner S. R. Hirsch
- Date
- 1867-09-01
- Page
- 403 (sequence 7)
- Language
- German
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Von Dl׳. I. Gugenheimer. 403 ״Entstehen des großen Ganzen in der kurzen Ueberschrift angedeu-- ״tet, und man könnte das erste Kapitel bis 2, 4 hinwegnehmen, ״vhne daß die vollkommen innere Bindung des zweiten Stückes und ״die Vollständigkeit desselben gefährdet würde." Hinsichtlich dieses angeblichen Widerspruchs verweisen wir auf die bereits oben (S. 302) angeführte Erklärung des 4. B. d. 2. Kap., in welcher nach gewiesen ist, daß das in jener Ueberschrift vorkommende Wort nicht Entstehung heißen kann, sondern wie überall: Erzeugnisse bezeichnen muß, wodurch sämmtliche Schwierigkeiten, welche die Bibelkrttiker zur Aufstellung der divergirendsteu Ansichten brachten*'), gelöst sind. Ueberdies liegt in der Behauptung Böhlens, daß man ״das erste Kapitel bis 2, 4 hinwegnehmen könnte, ohne daß die voll- ״kommen innere Bindung des zweiten Stückes und die Vollst ndig- *) Bohlen hält sich berechtigt, die zweite Vershälfte des 4. Verses zum 5. Verse zu ziehen, scheint aber nicht bedacht zu haben, daß auch durch diese Willkürlichkeit seine Auffassung nicht an Annehmbarkeit gewinnt; denn wenn der 4. V., wie Bohlen will, übersetzt werden soll: ״Dies ist die Geschichte des Himmels und der Erde, da sie geschaffen wurden", so mußte doch in der auf diese Ueberschrift folgenden Erzählung über die ״Geschichte des Himmels und der Erde" mehr als die Worte ״als Gott Himmel nitb Erde schuf" erwartet werden. Nach Bohlen's Auffassung würde daher die erwähnte Ueberschrift der ihr folgenden Erzählung nicht int entferntesten entsprechen. Spätere Bibelkritiker erkannten die Unhättbarkeit dieser Auffassung, weßhalb manche die Worte אלה חולדות vor den Anfang des 1. Kap. transponiren (Ilgen, Knobel), manche diese Worte nicht als Ueberschrift sondern als Unterschrift auffassen (Ewald und Stähelin). Delitzsch, der ebenfalls die überschriftliche Fassung vertheidigt, aber behanptet, daß 2, 4 nicht dem Verfasser von 2, 5 ff. sondern 1, 1 ff. angehöre, gesteht in feinem Commentare S. 88 ״keine andere Ausgleichung dieses Widerspruches" zu wissen ״als daß der Verf. von 2,5 ff. die e...istische Ueberschrift beibehalten, den e...istischen Abschnitt, ״den sie eröffnete, ausgestoßen unb statt dessen den welchen wir jetzt ״lesen eingefngt unb ihm durch das 'ר' ׳)קי die beibehaltene Ueber- ״sch׳, ist konform gemacht hat." Alle diese Conjektnren finden durch die erwähnte Erklärung des Hrn. Rabbiner Hirsch ihre Abfertigung, da sie insgesammt dadurch veranlaßt sind, daß von den Bibelkritikern der in dem oorl. Comm. sowohl buvd) den Wortlaut als den Zusammen- Hang nachgewiesene Sinn-, des Wortes חולדות nicht erkannt wurde.