Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1866-1867)
- Issue
- Heft 12 (September 1867)
- Article
- Die Hypothesen der Bibelkritik und der Commentar zur Genesis von Herrn Rabbiner S. R. Hirsch
- Date
- 1867-09-01
- Page
- 399 (sequence 3)
- Language
- German
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Von D!׳. I. Gugenheimev. Z99 ״Grundbedeutung, wie bereits bemerkt, beschränken, einengen. Alles ״Bilden ist selbst ein Beschränken des Stoffes in den von der be- ״absichtigten Form gestatteten Umfang." Bei dieser Auffassung ist man nicht zu der auch von Knobel getheilten Annahme genvthigt, daß der Ausdruck ״ חית השדהwohl (!) auch mit auf בחמה geht", sondern gerade durch den Umstand, daß in diesem Verse בהמה fehlt, während V. 20 בהמה ausdrücklich genannt ist, wird die obige Auffassung bestätigt; בהמה brauchten, wie in dem vorliegenden Commentare bemerkt wird, ״nicht erst gezwungen zum Menschen gebracht ״werden, sie hatten sich ihrer Natur nach untergeordnet und bilde- ״ten freiwillig seine Umgebung." Der von der Bibelkritik behauptete Widerspruch hinsichtlich der Bildung der Thiere ist somit nicht vor- Händen, da, wie nachgewiesen wurde, im zweiten Kapitel nicht über die Bildung der Thiere, sondern über die Art und Weise berichtet wird, in welcher Gott die Thiere dem Menschen unterordnete. Hieraus ergibt sich, daß der von Knobel behauptete Widerspruch hinsichtlich der ״Reihefolge der Schöpfungen, indem Kap. 1 ״Mann und Weib zusammen nach Erschaffung sämmtlicher Thiere, ״dagegen Kap. 2 zuerst den Mann, darauf die Thiere und zuletzt ״das Weib, also Mann und Weib durch die Thiere getrennt, geschassen sein läßt," ebenfalls nicht existirt. Es wurde soeben nachgewiesen, daß das 2. Kap. nicht von der Schöpfung der Thiere spricht, wodurch stch von selbst versteht, daß dasselbe der Erzählung des 1. Kap. über die Schöpfung der Thiere vor dem Menschen nicht widersprechen kann. Ebensowenig existirt hinsichtlich der Schöpfung des Weibes ein Widerspruch zwischen dem 1. und 2. Kap.; denn ia dem 1. Kap. wird nicht gesagt, daß Mann und Weib zusammen ins Dasein traten, sondern, wie auch in dem vorliegenden Commentar bemerkt wird, die Thatsache berichtet, daß beide zuerst in Einem Geschöpfe dastehende Geschlechter ״in gleicher Unnnttcl- ״barkett von Gott und in gleicher Gottesebenbildlichkeit" geschaffen wurden; s. Naschi z. St., der bereits bemerkt, daß der einfache Wortlaut in 1, 27 das Faktum berichtet, daß Mann und Weib am am sech'len Schöpfungstage geschaffen wurden*) und daß die Mo- *)Auch Prof-Delitzsch, der ebenfalls behauptech chaß der Genesis eine Grundschrift unterliegt, welche einen anderen Ve.rMer Hat als dem