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Jeschurun · 1867-07-01 · Heft 10-11 (Juli 1867) · p. 389

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
13 (1866-1867)
Issue
Heft 10-11 (Juli 1867)
Article
Die Schechita und die Schweiz
Date
1867-07-01
Page
389 (sequence 8)
Language
German
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Dis Schechita und dis Schweiz, 389 dem Gehirne gelängt, und deßhatb eben bluten ja auch die durchschnittenen Carotiden nicht blos aus dem vom Herzen kommenden Ende/sondern auch aus dem zum Kopfe führenden. Schon durch dies Aufhören des Blutzuflusses, ganz abgesehen von öer gleichzeitigen Entleerung der Venen/die vom Gehirn kommen, wird es bedingt, daß vom Augenblicke der Durchschnridung ab die Gehirnfunction zu schwinden beginnt und bereits verschwunden ist, wenn dieses Organ blutleer geworden, also mit der Verblutung, und mit dem Verschwundensetn der Gehirnfunction hat eben die Empfindung, das Bewußtsein, das Leben des Individuums aufgehöt. Der Halsschnitt beim Schächten ist deßhalb auch physiologisch gleich zu betrachten mit dem vollständigen Köpfen. Der Beweis läßt sich experimentell noch direkt führen: läßt man ein kleines Thier, z. B. einen Hund, ziemlich verbluten und stillt dann die Blutung, so zeigt derselbe keine Lcbcnscrscheinungen und nicht eine Spur von Empfindung, wenn man den Kopf hochhalt, während er umgekehrt beim Aufheben an dm Hinterbeinen sofort wieder auflcbt; so kann man ihn eine Zeit lang abwechselnd todt und lebendig erscheinen lassen. Die Contractioiien in den contractilcn Gebilden, die Zuckungen, Convulsionen, find also die letzten Actioneu nach bereits untergegangenem Leben des Individuums; man ist mithin phyfiologisch vollkommen berechtigt zu dem Satze, daß bei Verblutungen durch den Halsschnitt, wie er beim Schächten ausgeführt wird, der Todeskampf post mortem koinmt. Das anderweitig gebräuchliche Schlachten der größer»! Wiederkäuer und Pferde durch einen Schlag auf den Kopf ist sicherlich auch eine Tödtungsart, bei welcher die Thiere eben nur den Schlag emfinden, die danrit verbundene Gehirnerschütterung hat gewöhnlich die Gehirnfunction, Empfindung und Bewußtsein, schon vernichtet; wenn aber der Schlag nicht vollständig gelingt oder wohl gar gänzlich mißlingt, so daß mehrere Sch lä ge erfolgen »nüssen, ehe Betäubung etiitritr, oder letztere wohl gar nicht durch die Erschütterung, sondern erst später durch Verblutung mittelst des B r nst sti ches her b ei ge fül) rt wird, dann ist diese Tödtungsart »vtrklich so schrecklich, wie sie eben aus sieht, und eine furchtbare Thierqälerei. Dieser

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