Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1866-1867)
- Issue
- Heft 10-11 (Juli 1867)
- Article
- Die Schechita und die Schweiz
- Date
- 1867-07-01
- Page
- 390 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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390 Die ScheHita und die Schweiz. Todtschlag ist nie so sicher, als der Halsschnttt, der Geübteste kann einen Frhlschlag thun. Eine noch andere Tödtungsart ist der Genickstich, das Nicken. Der Laie wird hierdurch am meisten befriedigt; die Thiere brechen im Momente des Einstichs in das verlängerte Mark zusammen und können keinerlei Bewegungen machen. Dennoch ist diese Tödtungsart die vera bscheuungswürdigste von allen, die größte Thierqnälerei, die von Staatswegen mit der größten Strenge unterdrückt werden sollte. Nach dem Stiche sind die Thiere zwar gelähmt und das Athmen steht sofort still, das Herz aber schlägt fort; 8, 12 Minuten biö zu 4/ג ®tunbe habe ich den allmählich kleiner werdenden Puls bet Pferden verfolgen können. Die Circnlation dauert also noch fort nnd damit auch das Gehtrnleben trotz der Verletzung des verlängerten Markes. Erst wenn die Hypercarbvnisation des Blutes, die mit dem Stillstände des Athmens sich zu bilden beginnt, einen gewissen Grad erreicht hat und die Blulcirculation nachläßt, erst dann beginnt das Absterben des Gehirns; bis dahi» haben die Thiere den wirklichen Todeskampf, den sie aber bei der Lähmung des Rückenmarkes nicht nach außen kund geben können. Die genickten Thiere sterben eigentlich an einer langsam erfolgenden Erstickung unter den größten Qualen. Hannover, den 8. Januar 1867. Gerlach, Professor und Dtrector der Königlichen Thierarzneischule.