Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1867-07-01 · Heft 10-11 (Juli 1867) · p. 388

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
13 (1866-1867)
Issue
Heft 10-11 (Juli 1867)
Article
Die Schechita und die Schweiz
Date
1867-07-01
Page
388 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2932754-2932974-2932985-2950820--10738-2950897
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

ZW Die Schechita und die OWeiL d-knfalls auch die am wenigsten qualvolle Tödtungsartl Der Schnitt selbst ist der eigentlich׳ schmerzhafte Akt, der aber bei der .raschen und sichern Ausführung mit einem scharfen Instrumente nur einen Moment dauert, und ein solcher momentaner Schmerz ist eben keine Qual. Man kann sich hiervon schon direct überzeugen. Die betreffenden Thiere reagiren unmittelbar auf den Schnitt, liegen dann aber gewöhnlich ruhig, als ob das hervorstürzende Blut ihnen Linderung verschaffte; nur zuweilen straucheln die Thiere mit den Beinen, besonders die Kälber, was aber weiter nichts ist, als ein Sträuben gegen die Fesselung, denn es kommt bet den blos gefesselten Thieren momentan in, ganz gleicher Weise vor, ohne daß ihnen ein Leid gethan ist, während es bei ruhige», älteren Thieren nach dem Halsschnitte nicht eintritt. Erst gegen Ende der Blutung zeigt sich der sogenannte Todeskampf (Agonie), ausgedrückt durch krampfhafte Contractionen (Cvnvnlsione») der contractilcn Gebilde einzelner Theile oder des ganzen Körpers. Die Convulsionen im Todcskampfe kommen allerdings unter dem Einflüsse der Bewegungsnerven und in den willkürlichen Bewegungsorganen unter dem Einflüsse des Gehirns und Rückenmarkes zu Stande, sic treten aber erst ein, wenn die phpstologischen Functionen vollständig erloschen sind, weder Empstndung noch Vorstellung und Bewußtsein besteht, sie sind also Aeußerungen des Todeskampfes nach der Entseelung, nachdem das Individuum streng genommen aufgehört hat, als solches zu existtren. Jedes Organ äußert sein Leben, seine Thätigkeit nur unter gewissen Bedingungen, die man Lebensbedingungen nennt; eine absolute Lebensbcdingung ist bei allen höheren Thieren-für alle Organe und ganz absonderlich für das Gehirn, den Sitz der Empfindung, des Bewußtseins, des Wohlgefallens und der Qual, ist das Blut; die normgle Funktion eines jeden Organs kann nur bei normaler Zuführung normal beschaffenen Blutes sortbestehen, vermindcr.ter Blutandrang bedingt nicht nur verminderte Ernährung, sonder» auch verminderte Function in jedem' Organe und so auch im Gehirn. Wenn nun die Hanptgefäße, die Carotiden abgeschnitten find, so hört in demselben Augenblicke der Blutzufluß nach dem Gehirn auf, weil durch die bestehende Anastomose zwischen den Carotiden und der Halswirbelarterte (Art. yertebralis) es anatomisch bedingt ist, daß auch selbst das Blut der letzteren nicht nach

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.