Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1866-1867)
- Issue
- Heft 10-11 (Juli 1867)
- Article
- Die Schechita und die Schweiz
- Date
- 1867-07-01
- Page
- 387 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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387 des Halses, die daS Blut vom Herzen zum Kopfe und umgekehrt zurücksühren, die leichteste der gewaltsamen T odesarten ist, ״daß somit das Schlachten nach jüdischen Vor^ ״schrtften, das Schächten, wie ich es gesehen und ״oben beschrieben habe, keine Thierqnäleret ist, ״sondern im Gegentheil zur humansten Schlacht- ״Methode gehört, die allgemein eingeführt zu wer- ״ den verdient." Für den Laien mag der Halsschnttt bei dem Schächten etwas Abschreckendes haben, namentlich dürften das Geräusch, welches die Luftströmung durch die querdurchschnittene Luftröhre verursacht, und die Couvulsioncn, besonders das Rückwärtsschleudcrn des Kopfes, namentlich bei Kälbern, den Eindruck einer Quälerei machen. Anders verhält sich die Sache aber bei physiologischer Auffassung der Erscheinungen. Der Kampf zwischen Leben und Tod, der Todeskampf, die Agonie, ist um so größer, je größer die Lebensfähigkeit, die Lebenskraft beim Eintreten des Todes ist. Die Vernichtung des Lebens in einem gesunden, noch sehr lebensfähigen Individuum, das Sterben der Thiere unter dem Schlachtmesser, bleibt daher immer eine gewaltsame TodeSart unter heftigerm Todeskampse. Es kommt aber alles darauf an, daß dieser Todeskampf möglichst abgekürzt wird, und vor allen Dingen, daß schnell ein Zustand hcrbcigeführt wird, in welchem das sterbende Individuum von dem Todeskampfe eben nichts mehr empfindet. Die Empfindung und das Bewußtsein auf möglichst milde, schnelle und sichere Weise zu vernichten, das ist eben die Hauptaufgabe beim Schleich« t e n, und diese Aufgabe ist durch das Schlachten nach jüdische« Vorschriften bis jetzt noch am vollkommensten gelöst. Zunächst ist hervorzuheben, daß keine Operation beim Schlachten »eben der Schnelligkeit zugleich so leicht und so sicher auSgeführt werden kann, als der Halsschnitt beim Schächten, ein Mißliugen kann bei der Art der Fesselung der Thiere und Fixirüng deS Kopfes, wie auch bei der Einrichtung des Messers gar nicht vorkommen, und das ist ein sehr großer Vorzug vor allen andern Schlachtmethoden. Neben dieser Sicherheit ist das Schächten je-