Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1866-1867)
- Issue
- Heft 10-11 (Juli 1867)
- Article
- Die Schechita und die Schweiz
- Date
- 1867-07-01
- Page
- 386 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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836 Die Schechita und die Schweiz. 'durch eincn Gehülfen der Kopf gestreckt und so fixirt, daß Stirn und Nasenbeine auf dem Fußboden lagen und sowohl die Haut, wie alle Wcichtheile unterhalb (das Thier stehend gedacht) der Hals- Wirbel stark angespannt waren. Das Schlachtmcsser hatte eine 14 Zoll lange und 2 Zoll breite Klinge mit reiner, scharfer Schneide, aber ohne Spitze. Mit diesem Messer wurde ein Halsschnitt in der Gegend des ersten und zweiten Halswirbels mit großer Festigkeit in zwei resp. drei unmittelbar aufeinander und rasch erfolgenden Zagen durch sämmtliche gespannte Weichgebilde bis auf die Halswirbel geführt. Das hervvrstürzende Blut wurde in einem Gesäße anfgcfangen, und mittelst der Faust verhinderte ein Gehülfe bas Verspritzen des Blutes ans den Pulsadern. Eine weitere Nntersuchnng der Schnittwunde nach dem Tode ergab, daß sämmtliche Muskcln unterhalb der Wirbelkörper, die Luftröhre, der Schlund, die Jugularvencn und Carotiden, wie auch die diese großen Gefäße begleitenden Nerven (N. Vagus, recurrens und sympathicus) quer durchschnitten waren und der Schnitt immer an der Vcrbindnngsstelle des ersten und zweiten Halswirbels endete. Die Blutung dauerte' gegen 2 Minuten, anfänglich sehr sturmisch, später schwächer; während dieser Zeit lagen dir Ochsen ziemlich ruhig; das Athmen derselben blieb im Verlaufe der dritten Minute stehen, darauf stellte» sich einige Convulstonen über den ganzen Körper ein, wobei ab und zu Magencontenta aus dem durchschnittcnen Schlunde hervorspritzten,; und mit Ende der vierten Minute waren die Thiere vollständig tobt. Bei den mit gebundenen Beinen auf ein concave Schlachtbank gelegten Kälbern wurde der Halsschnitt an derselben Stelle und mit derselben Schnelligkeit und Sicherheit bis auf die Halswirbel ausgeführt. Der weitere Vorgang war wie bei den Ochsen, nur die konvulsivischen'Bewegungen waren etwas stärker, wobei der Kopf ab und zu nach dem Rücken geschnellt wurde (weil die Beuger des Halses, die Antagonisten der Halsstrccker, durchschnitten waren), und dauerten 1 Minute länger, so daß der vollständige Abschluß des TodesacteS erst mit 5 Minuten erfolgt war. Diese Beobachtungen haben bei mir die llcberzeugung weiter bestärkt, daß die Verblutung überhaupt und vor Allem die Verblutung aus den Hauptgefäßen