Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1866-1867)
- Issue
- Heft 10-11 (Juli 1867)
- Article
- Die Schechita und die Schweiz
- Date
- 1867-07-01
- Page
- 384 (sequence 3)
- Language
- German
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384 Die Schechita uni die Schweiz. wieder von unseren schönen Bergen hinab in die Ebene. Dabei haben auch die auswärtigen Mächte nicht darein znredeu, unsere Hanbelsverträge, welche den Angehörigen der contrahirenden Staaten gleiche Freiheiten, wie den Einheimischen einräumen, bleiben in Kraft, Wir werden obendrein für unsere humane Gesinnung, die sich selbst auf das Vieh erstreckt, von ganz Europa und Amerika bewundert und — find die Juden los. Im Canton Aargan wurde dieses Vorhaben auch wirklich zuerst in's Leben zu setzen versucht und da es fast den Anschein hatte, als ob nicht ganz ohne Erfolg diese neueste Jüdcnverfolguugsart bleiben würde, folgte St. Gallen nach. Die Juden konnten diesem ihre Existenz in der Schweiz gefährdenden Vergehen nicht unthätig zuschauen, konnten es nicht dnlden, daß auf die heiligen Vorschriften des Gottesgcsetzes von den Augen der ntchtjüdischen Welt der Vorwurf der Ulimenschlichkeit, der Thierquälerei geschleudert werde, und war es vor Alle in der Nabbiner zu Lengenau Di׳. Kaiserling, dessen Thätigkeit in dieser Angelegenhcit anerkennenswerth ist. Von den bedeutendsten Autoritäten der heutigen Beterinärwissenschaft holte er Gutachten ein, welche sämmtlich darin übereinstimmen, daß das Schlachten nach jüdischen Vorschriften nicht im Entferntesten eine Thierquälerei ist. Viele dieser eingehenden Gutachten sprechen sich sogar dahin aus, daß das ״Schächten" die humanste Schlachtmethode sei, deren allgemeine Einführung sehr zu befürworten wäre. ־ Von dem Gewichte so vieler bedeutenden Fachgelehrten mußte die Weisheit einiger obscurer schweizerischen Landthierärzte zermalmt werden, ׳ die mit so vielem Geräusch erhobenen Anklagen mußten verstummen, und die schweizerische Regierung konnte nicht anders, als die Anschuldigungen znrückweisen und das Schächten gestatten. So hätten wir auch hier, wie auch in den früher in manchen Gegenden aufgetauchten ״Beschneidungssrage" einen Sieg der wirklichen Humanität zu verzeichnen und auch bei dieser Angelegenheit zu erkennen, daß das Judenthum siegreich über alle Ausgeburten