Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1866-1867)
- Issue
- Heft 10-11 (Juli 1867)
- Article
- Über die Vitalität der jüdischen Race in Europa
- Date
- 1867-07-01
- Page
- 375 (sequence 17)
- Language
- German
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Von Michel Lsvy. 375 zu halten? Die meisten Statistiker suche» für die kleinere Sterbliche keit der jüdischen Kinder in den ersten Jahren, keine andere Crklärung. ״In ewigem Kampfe mit Nahrungssorgen, mehr oder minder 'im Streit mit feindlichen Vornrthcilen der fremden Raccn, die ihn umgeben, stndet der arme Jude hier wie überall (in Ungarn) seinen großen, seinen einzigen Trost in der Familie." (Dr. Glatter, l. c.) Die größere mittlere Lebensdauer bei den Inden rührt von der minderen Fruchtbarkeit ihrer Ehen und der geringeren Sterblichkeit ihrer Kinder her; sie hat jedenfalls noch andere Ursachen, unter die man nicht ermangelt ihre Reichthümer zu rechnen. ES ist hier unnütz anzuführcn, daß neben einer Reihe von Kapitalisten, mehr oder minder bekannt, die unendliche Mehrzahl der jüdischen Bevölkerung in Europa ans Familie» besteht, die nur mittelmäßigen oder zweifelhasten Wohlstandes sind und ans Armen. Die Armuth ist eine offene Wunde bei ihr und wachst in vielen Gemeinden. In Paris halten mehr als 1500 Familien bei der Vertheilung des nngcsänerten Brodes auf Ostern die Hand auf, öffentlich nnd im Geheimen. Herr Glatter ermangelt nicht, nachdem er den Juden eine größere ,Vitalität eingcränmt hat, zu bemerken, daß die Juden seiner Gegcnd eine der bescheidensten socialen Stellungen einnehmen, kleine Einzelverkäufer, ohne Verdienste, ohne Ersparnisse, sehr ungünstigen Gesundhettsverhältnisscn unterworfen. — Nach Bnrdach (Traite de Physiologie, Paris 1837) ״liefern uns die Inden den Beweis, daß das menschliche Leben durch Mühen nnd Arbeiten mehr Zähigkeit erlangt, vorausgesetzt, daß die Arbeit nicht der Art ist, daß sie den Muth bricht nnd den freie» Willen paralysirt. In Wirklichkeit kann die Mehrheit als arm angesehen werden, fast überall in Deutschland und dennoch ist ihre Sterblichkeit geringer als bei den Christen (1 aus ^6 Juden und 1 auf 26 Christen in Breslau). Der Hauptgrund dieser Differenz ist sicherlich das Factum, daß die armen Israeliten sich ihre Arnrujh nicht zu Herzen nehmen, so daß dieselbe auch niemals ihre Kräfte zerstört." Herr Lcgoht consialirt mit Staunen die beirächtlichc Anzahl Jude», die das höchste Aller erreichen, bieS führt unS zu der Ansicht Haller's: ״ul, ad causam lougaevitatis propius accedamos, ״vivendum est cujus mudi homines ad cos annos perreue- ״riiit, qui in fastos lieferen tur. Si enim ii aliquid commune