Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1866-1867)
- Issue
- Heft 10-11 (Juli 1867)
- Article
- Über die Vitalität der jüdischen Race in Europa
- Date
- 1867-07-01
- Page
- 374 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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- Tunis 1× ep/1048155
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874 lieber die Vitalität der jüdischen Raes in Europa. Ein ebenso geistvoller als thätiger Hygtenist, Herr Bond ln hat sich auf den Erfolg der jüdischen Bevölkerung in Algerien sehr gestützt; aber diese Bevölkerung stammt grvßentheils von Einwandcrer» aus Spanien und Portugal ab, ebenso wie die Juden in Marocco, Tunis. Bordeaux, Bayonne, Marseille und Italien, und diescs Factum ist Herrn Boudin selbst nicht entgangen, die spanischen, portugiesischen Christen sowie die von Malta, den Balearen ic. reusfiren ebenfalls mit ihren Colonisationsversuchen in Algerien. Alle diese Nacen ähneln sich in Geschicklichkeit sich in heißen Ländern zu acclimatisiren und was die Experimente in mehr und mehr nördliche» Cltmaten anbetrifft, so ist es bekannt, daß dieselben weniger Gefahren und weniger llebergangsprüfungen bringen. Sei es wie es sei, wir haben da eine Rare, die weniger Heirathcn zählt, die weniger Kinder erzeugt, die aber besser versteht sie zu erhalten, die weniger Todtgebornc hat und mehr Greise, weniger Selbstmörder, eine längere durchschnittliche Lebensdauer: sind diese Züge, deren Werth ich nicht abschwächen will, die Zeichen einer congenitalen Ueberlegcnhcit der Organisation, einer energischeren vis insita, sind sie ausschließlich ein Vorzug der Race? Dies scheint Herrn Legoyt, der um sich darüber auszusprcchen Untersuchungen über die Sterblichkeit der Juden in ihrem Geburtslandc verlangt, nicht erwiesen zu sein. Eine solche Erklärung könnte nur auf Kosten derjenigen Erklärungen stattfinden, welche ein »aiürlicher und streng auf Thatsuchen beruhender Schluß uns eingiebt. Wenn die Juden sich weniger verheirathen, so ist cs augenscheinlich, daß sie ernster für die Bedürfnisse der Zukunft besorgt sind, sie gehen mit mehr Vorsicht und Umsicht bei diesem Akt zu Werk, und wer in ihrer Mitte gelebt hat, ist dort nicht Zeuge einer so großen Zahl von Ehen gewesen, die leichtsinnig in gedrückten Verhältnissen und äußerstem Elend geschlossen werden, wie unter den Arbeiterklassen der christlichen Bevölkernng. Wenn ihre Frauen weniger todtgeborene Kinder bekommen, selbst unter den unehelichen, so ist das weil sie sich während ihrer Schwangerschaft ängstlicher in Acht nehmen und für das Ende derselben besser vorsehen. Wer kennt nicht ihre Sorgfalt für ihre Kinder, die lcidenschaftliche Zärtlichkeit, mit der sic sie überschütten, ihren Eifer sie selbst zu stillen, ihre Wachsamkeit, um Alles, was Krankheiten oder Unfälle verursachen könnte, von ihnen fern zu