Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1866-1867)
- Issue
- Heft 10-11 (Juli 1867)
- Article
- Über die Vitalität der jüdischen Race in Europa
- Date
- 1867-07-01
- Page
- 373 (sequence 15)
- Language
- German
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Von Michel LLvy. 873 unter welchen meteorolgischcn Verhältnissen er seine Rückreise von Jerusalem nach Beyruth bewerkstelligt hat, oder von unserem kleinen syrischen Erpeditionscorps, ob seine Divouaks dort weniger mit Gs bedeckt waren als im Norden oder Osten von Frankreich? Kann der hundertjährige Eindruck dieser schroffen Tcmpewturwechsel von einer Jahreszeit zur andern, der Rare, die sie in ihren Vorfahren durchgemacht hat, eine gewisse Fähigkeit den fortgesetzten Einwirkungen derselben zu trotzen, mtttheilen? Man hat beobachtet, daß die Südländer, die Corsen, die strengen Kälten des russischen Feldzuges desser ausgehalten haben. Und wie verschieden sind doch die Chancen zur Akklimatisation nach den Bedingungen der Lebensweise, der Familiensvrgen, der Art der Gewerbsthätigkeit r>nd dem moralischen Zustande der Einwanderer!" Von allen diesen Gesichtspunkten aus konnte und kann man noch heute den Juden, der seine Religion, seine Familie, seine Hoffnungen für die Zukunft, seine Zärtlichkeit für seine Kinder, seine Neigung für ein ruhiges Leben, seine Mäßigkeit, seine Scheu vor den Ausschweifuiigeii des Trunkes, mitgebracht hat, nicht mit den Pseudo-Colonisten, den Abenteurern, den windigen Spccnlanten vermengen, die andere Climate versuchen wollen. Hier, wie bei anderen Punkten, welche die israelitische Race betreffen, ist es Sache der Kritik von den Erklärungen abzusehen, die das Mysterium an die Stelle der einfachen Aufzählung der Thatfachen setzen. Die Zerstreuung der Juden war die Folge der Zerstörung threr nationalen Selbstständigkeit, der Deportationen im Großen, des Uebermuthes der Eroberer u. s. w. Ihre Auswanderungen, die Beweglichkeit ihrer Niederlassungen, ihre Gruppirungen in weite Fernen, erzählen uns die Schwierigkeiten, denen sie begegnet sind; die Krankheiten und die Sterblichkeit die sie getroffen haben, sind uns nicht bekannt und daher kennen wir auch nicht die physiologischen Kosten der Meisterschaft mit der sie sich heute acclimatisiren — Hätte nicht jeder andere Zweig der kaukasischen Race, jeder andere Theil der syro arabischen Gruppe unter dem Drucke derselben historischen Zwangsmittel ebenfalls die gleiche Odyssee vollbringen und sich an den Einflüssen widerstrebender Climate brechen können? Das ist die zu lösende Frage.