Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1866-1867)
- Issue
- Heft 10-11 (Juli 1867)
- Article
- Skizzen zu einer Geschichte der Juden in Köln
- Date
- 1867-07-01
- Page
- 356 (sequence 19)
- Language
- German
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Z56 Skizzsn zu eine^iKeWchMder Juden in Köln. seinem Tobe 1832 war erst die Halste des ihnen bewilligten Aufent- Halts-Termin'ö abgelaufen. Sein Nachfolger, Erzbischof Walram voll Jülich ertheilte ihnen die Zusicherung sie auch wahrend der übrigen fünf Jahre und nach Ablauf dieser noch fernern sieben Jahre also bis 1347 in Köln zu belassen"). Die Stadt erneuerte ihr Privilegium den Juden imJahr1342 auf dreizehn Jahre gegen eine Abgabe von 1800 Mark**). 1348 und 49 als der Würgengel des schwarzen Todes wüthete, wurden die Juden, welche grvßtentheilö von ihm verschont blieben, von dem christlichen Europa, thetls in wahnsinniger Bethörung, theils aus verthiertcr Beutcsucht, als die Urheber der grausencrregenden Sterblichkeit gehalten, und der Folter, dem Feuer und Schwert überliefert. Auch in Köln regte sich der entmenschte Pöbclhaufe, drang in das Judenquartier und begann sein schreckliches Zerstorungs- Werk. Die bedrängte Zudenschaft wandte sich an den Erzbischof und Mngistrat, um Hülfe flehend. Der Erzbischof hatte aber die Stadt verlassen und war angeblich wegen der verheerenden Seuche nach Buchhcim bei Mühlheim geflohen. Da die Juden sahen, daß die Obersten der Stadt den eingebrochenen Sturm nicht beschwören sonnten, versammelten sich die Vornehmeren unter ihnen unter dem Vorsitze ihres Meisters am 24. August 1349 in dem Gemcindehausc, verschrieben worden ist. — Da die Judengemeinde sich vergrößerte, so erlaubte ihr 1322 die Stadt, sich in der großen und kleinen Botengasse (jetzt Budengasse) und Brüderstraße niedcrznl sfcn und Liegenschaften zu erwerben. Stadtkasse und Kirchenfabrik erlangten dadurch neue Einkünfte. Simon von Jülich, Samson von Limburg, Süßkind von Frankfurt, Samson von Remagen und Salomon von Straßburg waren die ersten, die sich in dem neuen Bezirke ankauften (Ennen II S. 326). *)• Urkunde im Stadt-Archiv. Wehdens Bericht leidet hier an vielen Ungenauigkeitcn uird Jrrthümern. *) (Wehden Urkunde 25.) Zum Ankauf von Häusern in der Minen Budengasse ertheilte der Senat 4322, 24 und 35 mehreren fremden Juden die Erlaubnis׳, unter der Bedingung, daß sie dafür der Kirche von St. Laurenz ein jährliches Einkommen von 6 Solidi zur Hälfte für die Kirchenfabrik, zur Hälfte für die Pfarre, zusichern sollten, damit durch die Verkäufe, die Pfarrkirche nicht beeinträchtigt Wörde.