Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1866-1867)
- Issue
- Heft 10-11 (Juli 1867)
- Article
- Skizzen zu einer Geschichte der Juden in Köln
- Date
- 1867-07-01
- Page
- 353 (sequence 16)
- Language
- German
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Bon vr. Schwarz. 353 den zu fein, als sie das frühere in der ZenghauSstraße verlassen hatte» *). Der Kölner Magistrat gab sich alle Mühe den Haß des niederen Volkegegen die Juden einzudämmen. Er befahl, daß den Inden ״wie jedem Christenmenschen die nvthigen Lebensmittel für ihre Feiertage verkauft werden müßten" (Eidbuch, No. 2 Fol. 61). Er ließ auf Kosten der Juden ihr Viertel mit starken Holzernen Thoren versehen, um sie vor nächtlichen Ueberfällen zu sichern. Ein solches Thor befand sich noch im 14. Jahrhundert am Eingang der Judengasse oben Marspfortcn, ein anderes unter Goldschmied am Eingang der Budengasse. Von den Thorschlüsseln war einer in Verwahr des Stadtboten, ein anderer im Besitz des Judenbischofs (Eidbnch No. 2. Fvl. 75). Eine weitere Sicherheit bezweckte der Rathsbeschlnß, daß alle Thüren, welche auS Judenhäuscrn in die benachbarten Christengassen führten, zugemauert werden sollten (Ennen Band II. 329). Die Juden waren für dieses Absperren und Aufschließen der Thore zu ihrem Viertel jährlich mit 20 Mark vom Rathe besteuert. (Wehden, Urkunde 18.) 1252 stellte Erzbischof Conrad, in einer noch zur Zeit im Stadt-Archiv aufbewahrten OriginalUrkunde, die Juden, qui muros et Civitaf.em Coloniensem tempore discordiarum custodierunt, unter seinen Schutz. Gemäß einer mit ihnen auf zwei Jahre geschlossenen Ucbereinkunft hatten sie eine gewisse Abgabe servitum vel tributum alljährlich zweimal zu zahlen. Nach Ablauf dieser Frist stand es ihnen frei zu bleiben oder auszuwandern, ohne an ihrem Gute oder ihrer Person Schaden dulden zu müssen. Im Falle *) Daß Ritter ״Daniel Jude", der sich in dem Treffen bei Fresen, 1258, ausgezeichnet und den die Reimchrouik deö Meister Godefnt rühmt, daß er so geübt im Kampfe sei und wie ein Falke, der auf einen Vogel stößt, alle Reihen der Feinde durchbricht, ein Jude war ist unwahrscheinlich. Wohl aber ist cs anzunchmen, daß die weitverzweigte Patrizier-Familie der Inden (auch.-Junden, Jöddcn genannt) voir Juden abstammen. Sie führten einen rothcn Schild mit drei silberneir Judenhüten und als Helmzierde einen bärtigen, ebenfalls mit dem Judenhute bekleideten Mann.