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Jeschurun · 1867-07-01 · Heft 10-11 (Juli 1867) · p. 346

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
13 (1866-1867)
Issue
Heft 10-11 (Juli 1867)
Article
Skizzen zu einer Geschichte der Juden in Köln
Date
1867-07-01
Page
346 (sequence 9)
Language
German
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in's Judenviertel und während die Vornehmsten der jüdischen Bevölkerung im Gemeindehause versammelt waren, rissen sie die andern aus ihren Wohnungen und mordeten und plünderten sie aus. Hatte doch Papst Eugen III. eine Bulle erlassen, in der er über Geld und Gut der Juden zu Gunsten derer verfugte, die das Kreuz nahmen (Räumers Hohenstaufen I S. 449). Kaiser Konrad III. eilte im Juni 1147, kurz vor seinem Aufbruche nach Palästina nach Andernach, um durch seine Gegenwart die durch , die Predigten des Mönchs Rudolf aufgeregten Gemüther zu beschwichtigen. Auch Bernhart-, Abt von Clairvaux, eiferte bei seiner Ankunft in Köln heftig dagegen, und sein Schreiben an den Erzbischof von Mainz trägt das Gepräge einer helldenkenden und edlen Gesinnung. Auch der Erzbischof Arnold I. von Köln (1138—1151) verdammte die blinde Wuth des bethörten Volkes und öffnete den von Haus und Hof vertriebenen Inden der Stadt wie des Erzstiftes die feste Wolkenburg auf den luftigen Höhen des Siebengebirges als sichere Zuflucht, bis die Leidenschaft und der Fanatismus wieder ruhiger Ueberlegung und leidlicher Duldsamkeit Platz gemacht hatte. Unter dem Schutze des Erzbischofs kehrten nun die dem Gemetzel entronnenen Juden zu dem heimischen Heerde zurück (Ennen, Geschichte der Stadt Köln I. S. 379)* **)). Ungeachtet dieser Verfolgungen siedelten sich die Juden bald darauf wieder in Köln an, wohin später auch viele aus England 1260 ausgkwiesene, kamen. Sie wählten jedoch zu ihrer Sicherheit die Nähe des Rathhauses und den Hof des damals mächtigen Erb- Vogtes auf dem Laurenzplatze (jetzt von Herrn Stein bewohnt^). *) N. Ephrajim II. von Bonn hat die Leiden der rheinischen Juden, während des zweiten KreuzzugeS beschrieben. Nach ihm fielen: die ersten Opfer im August 1146, darunter Simon der Fromme, welcher aus England hcimkehrend, in Köln weilte und von den Wallfahrern im Allgenblicke, als er eiil Schiff besteigen wollte, um nach seiner Hennath zurückzukehren, ergriffen und gemeuchelt wurde, ebenso eine fromme Glaubensmartyrerin Minna aus Speier. Die Juden" in Köln gaben dem Bischof Alles, was er forderte, und dafür überließ er ihnen zu ihrem Schutze die Schloßfeste Wolkenburg. **) — ״Die Inden in Köln blieben hier, wie allenthalben wo sie geduldet waren, auf die Geldgeschäfte angewiesen, da sie kein an-

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