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Jeschurun · 1867-07-01 · Heft 10-11 (Juli 1867) · p. 345

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
13 (1866-1867)
Issue
Heft 10-11 (Juli 1867)
Article
Skizzen zu einer Geschichte der Juden in Köln
Date
1867-07-01
Page
345 (sequence 8)
Language
German
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Don vr. Schwarz,. 345 griffen sie den Gelehrten Rabbi Jsaac, der nicht hatte fliehen wollen, schleppten ihn in ihre Kirche und da er sich nicht taufen ließ so machten sie ihn nieder'-'). Die Gräuelsccnen dauerten bis zum dritten Juni. Der Geschichtschreiber Albertus Aquensis in seiner historia hierosolomitanae expeditiorris bemerkt, daß die Bürger Kölns Veranlassung zu der Verfolgung waren, ebenso Willen I. c. 97, wo es heißt, daß sich in Köln die christlichen Einwohner mit den Wallbrüdcrn zu einem Judcnmord vereinigten, die Synagoge und die Häuser der Juden wurden nicdergeriffe», ihre Bewohner ermvrdet; 200 Juden suchten zu Schiffe auf dem Rhein zu entfliehen, wurden eingcholt und wie ihre übrigen Glaubensgenossen erschlagen. Erzbischof Hermann III. (!089—1099) schickte am 3. Juni, nachdem der Sturm vorüber war, diejenige», welche sich in den Häusern ihrer Bekannten versteckt hatten, auf die Dörfer, in sieben Ortschaften des Stifts, nm sie zu retten, doch wurden sic auch dort in Neuß, Wevelinghofen, Altenahr, Ollhcim, Sinzig, Mörs und Kerpen, vier Wochen später von der entmenschten Krcuzzüglcrrotte ermordet*) **). Der Kaiser vernahm in Italien mit Grausen die in Deutschland verübten Greuel und sprach nach seiner Rückkehr auf dem Reichstage zu Regensburg 1097 nicht nur seine Mißbilligung darüber aus, sondern gestattete auch allen den durch Zwang getauften Juden die Rückkehr zu ihrer väterlichen Religion; auch ließ er den übrig Gebltebcnen ihre geraubten Güter zurüüerstatten (Pertz VIII, p. 208). Doch wiederholten sich leider schon nach einem halben Jahrhundert die Schrcckensscenen des grausigen Fanatismus, vor Beginn des zweiten Kreuzzuges, als im Jahr 1146 der Mönch Rudolf in den Rheinstädtcn umhcrzog und Haß und Vernichtung aller Orten gegen das unglückliche Volk predigte. Der aufgeregte Pöbel fiel auch in Köln über die Juden her, brannte die Synagoge nieder, drang *) יגם חסידה אחת״" Emek Habacha. **) Vgl. Grätz Baud VI Note 5. Nach dem jüdischen Berichterstatter sind in Köln selbst nur zwei Opfer gefallen, hingegen sind die Kölner Juden, die nach den sieben Orten des Stiftes unter Mit- Wirkung des edlen Erzbischofs geflüchtet waren, von den Kreuzzüglern dortselbst entdeckt und gemeuchelt worden.

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