Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1866-1867)
- Issue
- Heft 10-11 (Juli 1867)
- Article
- Skizzen zu einer Geschichte der Juden in Köln
- Date
- 1867-07-01
- Page
- 343 (sequence 6)
- Language
- German
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Von vr. Schwarz. 943 in der sie schon tm 11. Jahrhundert eigene Hauser besaßen, geben davon nähere Kunde *’). Das Gebür- oder Amtleutehaus dieser Pfarre lag damals in der großen Budengasse (No. 10) und ist jetzt theilweise von dem Hause ״zum Hövel" (Oppenheims Comptoir) umschlossen. Es hatte einen Ausganz nach dem Salmanach, der noch vorfindlich ist und einen anderen rheinwärts, der unter Goldschmied im Hause ״zum Krahnen" (No. 21) auslief. Jede Pfarre in Köln hatte damals ein solches Geburhaus, dem ein Burmeister Vorstand. Allein die Urkunden der Schreinsbiicher reichen bet ihnen nicht so weit hinauf, und nur von St. Laurenz sind sie aus der Zeit des Erzbischofs Anno**) (gestorben 1078) erhalten, in denen wir Zuden als Burmeister oder Gemeindevorsteher antreffen. Eine dieser merkwürdigen Urkunden schließt: 1106 factum est eo tempore, quo Egebert, qui judeus fuit, et Hartwig filius Geroldi erant magistri vicinorum parochie St. Laurencii, Wezelnoldere et marchman filius suus vocatores erant vicinorum predictorum. Eine andere etwas später ausgefertigte: boc contigit in tempore magistrorum civiurn quorum nomina sunt Emont. Tiderich etc. . . Eckebret jüdeus etc.’*׳**). Erzbischof Heribert (999 — 10213 erlaubte ihnen eine Judenschule zu bauen, und dies sogar in der Mitte der Stadt, in der Pfarre Laurentius, an der Stelle der jetzigen Nathscapelle. Ihre Häuser, Liegenschaften und Vererbungen wurden in das über judaeorum eingetragen. **) Der Schuldner jüdischer Geldleit-er. Eertz, mon. Germ. 88. XI, 502. ***) Ebenso werden vom Jahre 1060 Vives, Soliman und Jsaac als ehreuwerthe jüdische Hallöbesitzer in dem gedachten Kirchsprengel erwähnt (Weyden S. 65). Die Universitas Judaeorum hatte ihr eigenes Siegel und auch ihre öffentlichen ©ebäube: ein Hospital, ein Hochzeit- (Spiel-) HauS und ein Badehanö, welche in der Portalsgasse lagen, an der Stelle des heutigen Aichamtes. Auf der nordwestlicheu Ecke der Judengasse lag das Capit. Judaeorum und der Sitz des Episcopus Judaeorum *), in dessen Souterrains man Ket- ^) Der amtliche Name Bischof wurde wie in anderen Bischofstädteu auch in Köln dem Vorsteher der Synagoge zugestanden. Er