Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1866-1867)
- Issue
- Heft 9 (Juni 1867)
- Article
- Die Hypothesen der Bibelkritik und der Commentar zur Genesis von Herrn Rabbiner S. R. Hirsch
- Date
- 1867-06-01
- Page
- 310 (sequence 18)
- Language
- German
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Die Hypothesen der Bibelkritik. 310 weichung von dem Berichte des ersten Kapitels liegen soll, Hinsichtlich der menschlichen Würde das gerade Gegentheil von dem sagt, was manche Bibclkritiker darin zu finden glauben. ״Es ist vielfach aufgefallen" sagt der Vcrf. in dem Commentare zu der augeführten Stelle, ״daß hier die ganze Würde des Menschen darin zusam- ״mengedrängt erscheint, daß er 'נפש חי geworden, ein Charakter, den ״ja auch die ganze übrige lebendige Welt bis zum kleinsten Insekt ״hinab trägt. Allein der Schwerpunkt dieses Satzes liegt nicht t» "'נפש חי, sondern in dem '׳ויהי האדם לנ׳ח so ward der Mensch ״zum 'נפש חי. Nicht daß der Mensch zu einem lebendigen Jndivt- ״dunm geworden, sondern wie er cs geworden, darin liegt die ganze ״Höhe, die ihn von allen übrigen lebendigen Wesen auf Erden ״scheidet. Wir lesen hier also: ״Da formte 'ר׳א, der Weltschöpfer ״und Ordner, der aber mit dem Menschen eine fernere, höhere Ent- ״Wickelung der schon von ihm geschaffenen Erdwelt einlciten will*), ״den Menschen, Staub von dem Menschen-Boden, und hauchte in ״sein Antlitz Odem des Lebens, da ward der Mensch zu einem lc- ״bendigen Wesen." Bei der Schöpfung der übrigen lebenden Wesen hieß es: תוצא הארץ נפש חי'״, cs bringe die Erde lebende We- ״sen hervor. Wie bei den Pflanzen war auch bei der Schöpfung der ״Thicre die Erde thätig, und ihr entsprang nicht nur der Thier- ״leib, sondern mit dem Leib zugleich das Thier leben. Das leben- ״dige Individuum brachte die Erde hervor. Nicht so beim Men- ״schcn. Bei der Schöpfung des Menschen, auch bei der Schöpfung ״seines LeibeS, war die Erde Passiv. Ihre Thätigkeit für die ״Bildung des Menschen liegt vor der Schöpfung desselben. Seit- ״dem sie geworden, hatte sic alle Tage hindurch sich zu tränken, um ״den Stoff für das edelste Geschöpf vorzubereitcn. Mit dieser ״Vorbereitung des edelsten Stoffes hatte sie ihre höchste That vol- ,,!endet. Der Stoff zum Menschenleib war ihr letztes und edelstes ״Produkt. Von da ab war sie bei der Schöpfung des Menschen- ״leides unthätig. Es ist 'ר' א, der den Menschenleib bildet. Es *) Diese Auffassung des GottesnameuS wird in dem vorl. Commentar zu 2, 4 motivirt; wir werden diese Begründung später anzujnhren Gelegenheit haben. .