Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1866-1867)
- Issue
- Heft 9 (Juni 1867)
- Article
- Die Hypothesen der Bibelkritik und der Commentar zur Genesis von Herrn Rabbiner S. R. Hirsch
- Date
- 1867-06-01
- Page
- 308 (sequence 16)
- Language
- German
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308 Die Hypothesen der Bibelkritik. ״beginnt und, charakteristisch genug, mit dem Anfänge des I.kul- ״ins ibid. 4, 26 schließt, stellt den Menschen allerdings von Ge- ״burt an nicht aus gleiche Höhe; ihm ist Adam nicht durch einen ״unmittelbar eingreifenden Schöpfungsakt Gottes entstanden, sondern ״dem Leibe nach mittelst יצירה ans Staub gebildet, ja selbst der ״menschliche Geist keineswegs ברמות ^קי׳ geboren, sondern blos ״eine, auch dem Thiere nicht abgcsprochene 'גפש הי, wofür Onkelvs ״im Gefühle der Dürftigkeit der Bezeichnung רוח מטללא substituirt ״und deren innigeres, mehr unmittelbares Verhältniß zu Gott blos ״der Ausvruck ויפה באפיו audcutct, die aber im Grunde doch nur als ״eine, freilich ungleich höhere Potenz der thierischen Seele ״erscheint. Die ihm, dem I.isten, etgenthümliche reflekttrende ״Naturanschauung läßt ein unmittelbares Eingreifen Gottes nach ״vollzogener Schöpfung des Urstoffes nicht mehr stattfinden, sondern ״demselben irdischen Mutterschoß, welcher, von Regen befruchtet (V. 6״), Pflanzen hervorrief, auch alles Lebendige erzeugt, gebil- ״det werden (B. 19) und sonach den Fortgang von der niedrigen ״Gattung der Geschöpfe zur höheren blos als eine mehr oder we- ״Niger ordnungsmäßige Steigerung ein und derselben Naturkraft ״erscheinen. So wird denn das Thier gleichsam zur höheren Pflanze ״wie der Mensch zum höheren Thiere, jenes den Ueberschuß an Le- ״benskraft zur Empfindung, dieser — zur Erkenntniß ver- ״wendend, einer Erkenntniß, die sich vorläufig im Begreifen und ״daher Benennen der lebendigen Thiere, wie im Vernehmen der ״göttlichen Befehl« ankündigt (V. 16. 19) und zugleich mit der, ״von ׳ diesen Befehlen vorausgesetzten Würde der Willensfreiheit ״paart. All' diese Vorzüge erscheinen dem I.....isten trotz ihrer Größe ״dennoch blos als Manifestationen eines höheren Thierlebens, des- ״sen Spüre dem Menschen auf seiner ersten Entwickelungs- ״stufe fest umschlungen hält; allein derselbe durchbricht später die- ״sen engen Kreis, handelt vermöge seiner Willensfreiheit dem ihm ״innewohnenden Naturtriebe zuwider und erwirbt sich so erst das, ״was ihm ursprünglich fehlte, nämlich Gottähnlichkeit, deren charak- ״teristisches Merkmal die — später zu erläuternde — Erkenntniß ״des Guten und Bösen genannt wird (3, 22.) Der Mensch ״empfängt nicht, wie nach dem Elohisten, das Feuer vom Him- ״mel; er muß, ein Prometheus, sich dasselbe gleichsam erst steh-