Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1866-1867)
- Issue
- Heft 9 (Juni 1867)
- Article
- Die Hypothesen der Bibelkritik und der Commentar zur Genesis von Herrn Rabbiner S. R. Hirsch
- Date
- 1867-06-01
- Page
- 307 (sequence 15)
- Language
- German
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Bon Vr. I. Gugenheimsr^ 307 Es ist somit durch das im ersten Kap. Gott und im zweiten Kap. dem Menschen zugeschriebene ״Benennen" keineswegs ein Wtderspruch vorhanden; im 1. Kap. ist die nur Gott mögliche Bestimmungsertheilung geschildert; im 2. Kap. ist, wie aus der eben angeführten Erläuterung hervorgeht, der vom Skepticismns wie von den Ueberschwenglichkeiten eines einseitigen Idealismus in gleicher Weife stch entfernende, der Grenze und des Gebietes des menschlichen Wissens sich bewußte Kritizismus, dem nicht alles für wahr gilt, was den Schein der Wahrheit trägt, der aber die theilweise Erkenntniß der Wahrheit für möglich hält, weil er das Reale und Ideale als ursprünglich von Gott gesetzt betrachtet, als die Grundläge unserer Erkenntniß gelehrt. Ein zweiter von der Bibelkritik behaupteter Widerspruch ist, wie bereits erwähnt: ״dort (im 1. Kap.) war der Mensch nach Gottes Ebenbild ״geschaffen, hier aber wird er von neuem, und zwar aus Lehm gebildet." Zu welchen Conscquenzen diese Annahme (abgesehen von der Thesis, die sie beweisen soll,) zu führen geeignet ist, ersehen wir ans der bereits angeführten Schrift ״das Princip ״des Mosaismus" von Rabbiner 1)1׳. Einhorn, der S. 30 ff. sagt: ״Der J...׳.ist, dessen Schöpfungsgeschichte mit Genes. 2, 4 Philosophie" von 1)1׳. Prantl (München gedruckt aufKosten der Akademie 1852) S. 36: ״Eine solche Wissenschaftölehre wird uns vor idealistischem ״Hochmuthe sowie vor weltfeiudlicher Zerknirschtheit bewahren, während ״sie uns mit Selbstvertrauen und zugleich mit Bescheidenheit erfüllt, mit ״dem Selbstvertrauen, daß die Menschheit es ist, welche denkt, und mit ״der Bescheidenheit, daß jener ideale Impuls nur menschlich zeitlich-räumlich beschränkt erscheinen kann. Wie wenig von Natur und Geschichle wir ״wissen, weiß derjenige, welcher der Wissenschaft lebt, am besten; aber ״der Mensch erweist auch die Kraft, das quantitativ noch so beschränkte ״Maß von Kenntnissen in die qualitative Bestimmtheit der Vernünf- .tigkeit umzusetzen. Dies ist der wahre Anthropologismus, welcher, ״während er sich dessen bewußt ist, daß alles Erkennen des Menschen ״ein subjektives ist, in dieser Subjektivität nicht bloö die Schranke .״und Begränztheit, sondern zugleich untrennbar die einwohnende Kraft ״des JdealisirenS anerkennt, sowie umgekehrt diese hohe Wurde nicht ״als die des absoluten Geistes, sondern zugleich als eine beschränkte wkennt." Diese ganze Darstellung erscheint durch obige Jnterpretaa in den Worten כל אשר יקרא לו הארס נפש חי' הוא שמו involoirt.