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Jeschurun · 1867-05-01 · Heft 8 (Mai 1867) · p. 287

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
13 (1866-1867)
Issue
Heft 8 (Mai 1867)
Article
Risse
Date
1867-05-01
Page
287 (sequence 6)
Language
German
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287 Bon S ... am Hause halten zu hören, aber seine klügere Frau rief gleich, bas müsse Heln^ sein und eilte hinaus. Doch als sie auch Iba aussteigen sah, stürzte sie zu dieser, mit der sie früher so innig befreundet gewesen war und umfing sie mit ihren Armen. Und Jda that es wohl, an dieser treuen Brust zu ruhen, von ihr wußte sie sich verstanden; reichlich stoßen ihre Thränen und erleichterten ihr das schwere bange Herz. Am folgenden Morgen sandte Jakob zeitlich zu dem Arzteseincs Bruders, und von diesem begleitet begaben sich Mutter und Tochter in die Wohnung des Gatten und Vaters — Der Arzt, mit de» Verhältnissen der Familie vertraut, trat zuerst allein in das Zimmer des Kranken, und bat die Damen in einem andern seiner zu warten, er wollte den Patienten nur auf die Ankunft der Tochter vorbereitcn, und es dieser überlassen ihn von der ihrer Mutier in Kcnntniß zu setzen. Helene legte Hut und Mantel ab, um schon durch ihre Toilette dem Vater anzudeuten, daß sic bei ihm zu bleiben gedenke. Philipp gcrieth außer sich vor Freude, als er die Tochter in sein Zimmer treten sah, vor Freude vergaß er daran, daß er Ursache hatte ihr zu zürnen und fluchte nur auf seine gelähmten Glieder, die eS ihm unmöglich machten, zu ihr zu eilen und sie zu umarmen. Helene trat zu seinem Bette, beugte sich zu ihm nieder und drückte einen Kuß auf seine Hand, zu reden vermochte sie noch nicht. Der Anblick des vor kurzem noch so kräftigen und nun so hülflos daliegenden Vaters, erschütterte sie tief, Thränen füllten ihr Augen. ״Helene, süßes, schönes Mädchen, ich freue mich ganz teufelsmäßig, daß Du wieder da bist. Wie wollte ich dich Herzen und küsse», wenn ich nur nicht an diesem verfluchten Bette angenagelt wäre — Aber zum Henker! Mädchen was weinst Du denn? bist kaum änderthalb Minuten hier und hast am Ende schon wieder Sehnsucht nach: der Mama," rief er mit ärgerlichem Spott. Helene schüttelt den Kopf, ״ich weine nicht um meine Mutter, ich weine um Dich Papa, daß ich Dich so treffen muß, so —" ״Um mich weinst Du Kind? —Weiß der Kukuk! bis jetzt hat noch keine um mich geweint, durch mich wohl schon manche, aber um mich —״

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