Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1866-1867)
- Issue
- Heft 8 (Mai 1867)
- Article
- Risse
- Date
- 1867-05-01
- Page
- 284 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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hatten Briefe ihr bereits gemeldet, aber Helene hatte ihr auch nicht verschwiegen, daß ihr Vate׳ verlangt sie bei sich zu behalten, und darum hatte die unsäglichste Angst die arme Mutter keinen Augenblick verlassen. Auch de Menza war glücklich, Helene nur wieder in der Nahe zu haben und die Liebenden gelobten sich Trcue> bis Helene nach erreichter Großjährigkeit auch ohne Einwilligung ihres Vaters sich verheirathcn könne. Neugeschenkt erschien der Mutter die Tochter, deren liebende Sorgfalt sic wieder umgab, doch nur wenige Tage sollte sie dieses Glückes ruhig sich erfreuen — denn ein Brief von Philipp langte an, der in den gebieterischsten Ausdrücken Helene aufforderte sich ungesäumt zu ihm zu begeben. Er machte seine Vaterrechte geltend, drohte, wenn sie sich nicht in wenigen Tagen bei ihm befände, selbst zu kommen und sie zu holen, und sollte sie sich weigern ihm znfolge», so wolle er das Gericht zu Hülfe rufen. Jda und Helene beide waren in Verzweiflung, denn daß er ein Recht hatte zu fordern, was er forderte, das war nicht zu leugnen. Wieder richtete Helene ei» flehentliches Schreiben an den Vater, er möge sie noch bei der Mutter lassen. Der Brief ging ab Angstvoll sahen Alle der Antwort entgegen, aber Tag um Tag verging, ohne daß eine solche anlangte. Bald hoffte Helene durch ihre Bitten den Vater besiegt zu haben, bald zitterte sic voll Furcht ihn im nächsten Augenblicke kommen zu sehen, um sie zu holen. Endlich erhielt Viktor von seinem Schwager Jakob einen Brief, worin dieser ihm mitthcilte, daß Philipp, der seit seinen Jünglingsjahren ein leidenschaftlicher Reiter war, mit seinem Pferde gestürzt, und nun gelähmt an allen Gliedern, ohne Hoffnung aus Genesung darniederliege. Gefahr war allerdings nicht vorhanden, bei hinrcichender Pflege konnte er sein Leben noch Jahrelang fristen, aber die Pflege war es, die ihm fehlte. Sein gefühlloser Sohn kümmerte sich durchaus nicht um das Leide» des Vaters, seinen Bruder und dessen Frau hatte er für die Abreise seiner Tochter verantwortlich gemacht und sie wiederholt gröblichst beleidigt. Trotzdem war Jakob, sobald er von dem Unfälle Kenntniß erhaltenen ihm geeilt um sich seiner brüderlich anzunehmen. Aber der Kranke war bei seinem Anblick wieder in wüthende Beleidigungen auögebrochen, hatte ihm das Haus