Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1866-1867)
- Issue
- Heft 8 (Mai 1867)
- Article
- Die Apostasie vom göttlichen Gesetze in feierlichster, officiellster Weise in der Synagoge von Frankreich proklamirt
- Date
- 1867-05-01
- Page
- 278 (sequence 6)
- Language
- German
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278 Die Apostasie vom göttlichen Gesetze in freierlichster, officiellster sie ist ein Pfand für die Grundsätze des Fortschritts und der Vervollkommnung, die wir bei jeder Gelegenheit und in allen Sphären der menschlichen Thätigkeit vertheidigcn; in dieser Beziehung verdient sie nicht nur die Beachtung der Minderzahl, welche sie direkt berührt, sondern auch die des Publikums im Allgemeinen, welchem keine Kundgebung dieser Richtung gleichgültig sein sollte. Isidor Cahen. Herr Oberrabbincr Klein zu Colmar hat sich darauf veranlaßt gesehen folgendes Schreiben der Redaktion des Nicderrhcjnischen Couricr's zur Veröffentlichung znznsendm. An den Herrn Redakteur des ״Oenrier du Bas-Rhin“. Ihre geschätzte Zeitung hat unterm 29. März die Rede des Herrn Colonel Cerfbccr,,;,Präsidenten des Consistoire central des Isradlites de France, zur Kenntniß Ihrer zahlreichen Leser gebracht. Erst heute ist es mir vergönnt von derselben Kenntniß zu nehmen. Die ungemeine Tragweite und das unendliche Gewicht dieser Rede, die Keinem entgehen können, werden es Sie, Herr Redakteur, ganz naturgemäß finden lassen, daß ein Beamter des israel. Cultus sich davon berührt weiß und lassen, mich von der gerechten Unparteilichkeit, die Ihnen Zedermann zuerkennt, einen bescheidenen Platz in Ihren geschätzten Spalten für die wenigen Zeilen, welche ich mir erlaube über diesen Gegenstand an Sie zu richten, erhoffen. Wir wollen jetzt den Herrn Präsidenten des Central-Consistorium nicht fragen, wer ihm denn das Recht gegeben habe im Namen der Tradition die Hvherstellung der Doctrin über die gesctzlichen Vorschriften zu verkünden, obgleich es ihm doch schwer halten dürfte in dem Pentateuch, den Propheten, den Hagiographen und den Talmudcn ein einziges Wort, ein einziges Anzeichen zu sinden, welches ihn dazu berechtigte; und wen» cS wahr ist, daß der Handlung die Doctrin vorangchen soll, wie das Mittel dem Ziele, und daß die Praxis ohne den Glauben als eine nichtige Sache, als ein todtcs Werk oder als eine sündhafte He»ä׳clei gezeichnet ist — so ist es nicht weniger wahr, daß das unfruchtbare Dogmas die Doctrin ohne praktische Befolgung als ein Ungehorsam, aUein 2lwf־ lehnen gegen . Gott gebrandmarkt ist, und das von dem Gesetze er-