Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1866-1867)
- Issue
- Heft 8 (Mai 1867)
- Article
- Von den Beziehungen der allgemeinen Bildungselemente zu der speciell jüdischen Bildung
- Date
- 1867-05-01
- Page
- 271 (sequence 19)
- Language
- German
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Bikdungsclemente zu der speciell jüdischen Bildung. 271 Werden sie die Vergangenheit ihrer Väter, die Aufgabe ihrer Gegenwart Und die Zukunft ihrer, wie der Allmcnschheit Hoffiinng ohne weltgeschichtlichen Unterricht verstehen? ׳Und wenn wir nun mit der Sprache der Culturvölker und mit der Einführung in deren Literatur ihnen den Schlüssel reichen, mit dem sie einst als Männer die Hallen der geistigen Schöpfungen der Völker betreten und ihren Geist auch mit allem Wahren und Edlen und Guten zu nähren und zu bereichern vermögen, womit die edelsten Geister daS Reich der Erkenutniß gemehrt, bereiten wir sie da nicht zugleich für die Erkenntniß vor, wie, seitdem Lichtsaaten von dem Gottesfeuer am Sinai in den Schooß der Völker gestreut, immer mehr und mehr die alte Nacht vou der Erde gewichen, immer mehr und mehr der lebendige Gottes-Gedanke, die Anschauung der Welt und der Menschheit aus Gott, der Gedanke von der Gott-Einheit und der Einheit des Menschengeschlechtes, von der Bestimmung des Mensche» für Wahrheit und Güte, für Recht und Sittlichkeit, von der göttlichen, ewigen Bedeutung jeder flüchtigen, in Erfüllung der Pflicht sittlich frei verlebten Minute des Erdenlebens, von dem Bau eines sittlichen Gottesreiches auf Erden, an dem alle Menschen ihre edelsten Kräfte zu üben haben — diese Lichtsaaten von dem Gvttesfeucr am Sinai sich immer mehr und mehr Raum erkämpft habm in den Gemüthern der Menschen, und fort und fort arbeiten an der Veredlung und Beglückung der Menschen — reichen wir ihneu mit diesem Allem nicht zugleich den Schlüssel zur Erkenutniß, daß ihre Väter nicht umsonst gelebt und geduldet, nicht umsonst gerungen und gehofft, daß ihre Seher ihnen keine Mährchen-Träumc überliefert, daß die geistig sittliche Morgenröthe, deren Herolde in der Mitternacht sie gewesen, bereits ihre audämmernde Nähe verkündet, und das, was vor Jahrtausenden der Gottesgeist jüdischen Männern auf die Lippe gelegt, bereits Schaaren begeisterter Jünger gewonnen, die — bewußt und unbewußt — an Verwirklichung des alten jüdischen Seherwortes arbeiten, die Erlösung der Menschheit durch Aühuldigung des göttlichen Sittengesetzes zu vollbringe» — und ist diese Erkenntntß kein Gewinnst für die einstige bewußtvolle jüdische Lebensanschauung unserer Jugend? — Dies sind Gesichtspunkte, die die Unterrichtsanstalt der isracli. tischen ReligionSgesellschast die Uuterrichtszwcige der allgemeinen 18*