Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1866-1867)
- Issue
- Heft 8 (Mai 1867)
- Article
- Von den Beziehungen der allgemeinen Bildungselemente zu der speciell jüdischen Bildung
- Date
- 1867-05-01
- Page
- 260 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2932754-2932974-2932983-2950714--10596-2950733- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
260 Von den Beziehungen der allgemeinen die Geister der Menschen die Natur als das einheitliche Werk Eines Schöpfers, und die Geschichte als den einheitlichen Plan Eines Lenkers anschancn gelehrt. Sie weiß, daß der Gott leugnende Natur.- forscher mit jedem Gedanken, den er einer Form, mit jedem Gesetze, daö er einer Erscheinung abgelauscht, nur den Gott auf's neue erweise, den sein Mund verleugnet, den Gott, der seinen Gedanken in dieser Form verkörpert, der seinem Gesetze die der Erscheinung zu Grunde liegenden Stoffe und Kräfte untcrthan gemacht, ja, dessc» Existenz der ihn verleugnende Forscher selbst voraussetzen muß, indem er sich anschickt, die in der Natur und Geschichte waltenden Gedanken und Gesetze den Erscheinungen der Dinge abzufragen. Die Lehre des Judcnthums scheut die Wissenschaft nicht. Wir haben diese Stellung des Judcnthums einer materialistischen Weltanschauung gegcnübcr, in einer Krüik der ״Isis" in unserer Zeitschrift (Zeschnrun Jahrg. X. S. 145 f.) näher betrachtet, und gestatten uns hierauf an dieser Stelle zu verweisen. Und sein Vcrhältniß zu den andern Religionsbekenntnissen ans Erden? Es ist wiederum wohl die einzige Religion, die sich nicht aus der Negirung aller andern erhebt, die sich wohl als das Werkzeug für die Gcsammtmcnschhcit, nicht aber als Diktat an die Gesammtmenschheit begreift, die jeder durch andere Religionen vermittesten Erleuchtung und Veredlung der Menschen mit Freuden zulächelt und jeden solchen Triumph der Wahrheit und Güte mit frohem Bewußtsein als den Sieg ihrer eigenen Sendung zu begrüßen vermag. Wie eine wahre Mutter nie die Trefflichkeit ihrer Töchter beneiden wird, wie sie vielmehr in allem Schönen und Guten, das der edlen Thätigkeit ihrer erwachsenen Töchter entsprießt, nur das Gelingen ihres eigenen Erziehungswerkes begrüßen, und sich des cigencn Antheils freuen darf, den sic sich mit jedem edlen Keim gesichert, den die Töchter aus ihren Händen für ihr Segenswirken in die Welt mit hinausgenommcn: also freut sich das Judenthum und darf sich wie des eigenen Werkes der Aussaat des Lichts und der Güte freuen, die die ihr entstammten Religionen der Kulturvölker zum Heile und zur Gesittung der Völker vermitteln. Es verfolgt damit nur den Sieg der Ideen, deren Gefäß für die Menschheit zu sein, es selber vom Vater der Menschen gewürdigt worden. v_: Hat aber das Judenthum, für welches wir unsere Jugend heran- Hilden, die Berührung mit den geistigen Elementen jeder wahren