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Jeschurun · 1867-05-01 · Heft 8 (Mai 1867) · p. 259

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Journal
Jeschurun
Volume
13 (1866-1867)
Issue
Heft 8 (Mai 1867)
Article
Von den Beziehungen der allgemeinen Bildungselemente zu der speciell jüdischen Bildung
Date
1867-05-01
Page
259 (sequence 7)
Language
German
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BilbungZelemente zu der stecicll jüdischen Bildung. 259 ihres die Gänge der Zeiten durchleuchtenden Schriftthnms hingcwiesen ist, und wartet. Es ist wohl die einzige Religion, deren Beken- »er gelehrt werden, wie im Anblick des Morgcnlichtes, der FrühlingSblüthe, der Donnermacht, des Bliheleuchtens, wie im Anblick.! alles Schonen, Erhabenen und Gewaltigen, alles Heil und SegestM bringenden in der Natur, also auch im Anblick eines jeden in Er- : kenntnißwcishcit hcrvorleuchtenden Menschen, welcher Nation und? Religion auch immer, eine Offenbarung des Göttlichen zu feiern, und testen Anblick mit zu Gott aufschauendcn Worten zu begrüßen, ״der Sterblichen von seiner Weisheit mitgetheilt". In der Anschauung beö Judcnthums lebt daS Bewußtsein, daß die Wahrheit, wie ihr Urquell: Gott, der Eine Einzige, nur eine ungetheilte sei, und daher auch ihre Erkenntniß, die Erkenntniß des Wahren, nur eine einheitliche, ungetheilte sein könne. Sie weiß nichts von einer Forderung, die Vernunft unter den Glauben gefangen zu nehmen. Alle, auch ihre höchsten Lehrsätze, richtet sie an den Wissen erstrebenden Geist des Menschen und basirt alle die großen grundlegenden Principten ihrer Ueberzeugungen von dem Dasein, dem allmächtigen Eingreifen Gottes in die Gänge der Natur und Geschichte, von seiner Men- - schcn und Völker zu der lichten Höhe seines Stttengesctzes erziehenden Waltung, auf große, selbsterlcbte, nationale Erfahrungen, für welche zuletzt noch dem spätesten Epigonen die geschichtliche Erfahrung seiner eigenen volksthümlichen Existenz in Mitte der Zeiten als Bürge auftritt. Sie lebt der Ueberzeugung, daß diese großen, Gott in der Natur und Gott in der Geschichte für die Menschheit offenbarenden nationalen Erfahrungen, die man ״Wunder" nennt, so weit von irgend einer irrationalen Zumuthung entfernt sind, daß sie sich vielmehr als die rationalsten Co,lsequcnzen einer die Menschheit erziehenden göttlichen Waltung darstellen, die das Menschenbewußtscin von einer solchen als Postulat vermissen würde, wenn sie ihr die Geschichte des Gottesretches auf Erden nicht darböte. Ja, sie lebt der Ueberzeugung, daß erst an der Hand dieser, Gott in der Natur und Gott in der Geschichte verbürgenden nationalen Ersahrnngeu eine rationelle Natur- und Geschichtsbetrachtung möglich werde, daß auch faktisch d,c rationelle Betrachtung der Natur und Geschichte erst von da datirt, seitdem, bewußt und unbewußt, dieser jüdische Gottesgedanke, sei es auch iw mannigfacher Vermittelung,

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