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Jeschurun · 1867-05-01 · Heft 8 (Mai 1867) · p. 257

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Journal
Jeschurun
Volume
13 (1866-1867)
Issue
Heft 8 (Mai 1867)
Article
Von den Beziehungen der allgemeinen Bildungselemente zu der speciell jüdischen Bildung
Date
1867-05-01
Page
257 (sequence 5)
Language
German
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Bildungseleylente. zu der speciell jüdischen Bildung. 25,7 Verblendung den Geist der väterlichen Religion als den Geist., ihrer socialen Knechtung bekämpfte? Dürfen wir uns wundern, daß, demgegenüber, das ältere Ge-- schlecht, daß vor Allem die als Hort des väterlichen religiösen Heiligthums bestellten Männer mit Schrecken dieses Heranstürmen der Zeit gegen Alles gewahrten, was Jahrtausende herab den Geistern ihres Volkes eine Erleuchtung, den Gcmüthern eine Begeisterung und dem Leben eine sittliche Kraft verliehen, die es lebenskräftig und edel in Mitte aller Bedrückung und Herabwürdigung erhalten, und cs de» Prüfungsweg her Geschichte siegreich hatte vollenden lassen? Dürfen wir uns wundern, daß sie einer Zeitrichtung ihre Huldigung versagten, die das Heranwachsende Geschlecht systematisch durch llnkenntniß zur Verachtung der väterlichen Religion erzog, das religiöse Schriftthum ihrer Väter als kulturfeindlich den Regierungen denünei te, und, wie dies namentlich'^hier auf unserem vaterstädtischen Boden der Fall war, dies mit einem solchen Erfolg vermochte, daß, im besten Glauben von der Welt, selbst die obrigkeitliche Fürsorge ihren Arm dazu lieh, der Fortcxistenz der alten jüdischen Religion durch Verkümmerung, ja Versagung ihrer Bildungs- und Entfaltnngs- Anstalten den einzigen Lebensnerv zu unterbinden, also, daß die Entstehung unserer Gesellschaft, diese Wicderbegründung eines alten jüdisch religiösen Gemeinwesens, nur als der Siegespreis eines fast fünfzigjährigen Kampfes zu erringen war? Dürfen wir unS wundern, wenn dies ältere Geschlecht den Geist der neuen Bildung, auf dessen Flügeln dieser geistige Vcrnichtungssturm gegen sie heranzog, als die Ursache aller ihrer Bckünuncrnisse erkannte, sich und die Ihrigen einer Befreundung mit ihm entziehen zu müssen glaubte und den Elementen der allgemeinen Bildung, um der Religionsfeindlichkeit ihrer Träger willen, ein herzliches Vertrauen versagte? Dürfen wir uns nach allem diesem wundern, daß somit ditse beiden Richtungen immer mehr bis zur völligen Verkennung sich entfremdeten, die ״Gebildeten" die Wissenschaft und das Leben des JudenthumS ignortrten, die der jüdischen Wissenschaft und dem jüdischen Leben Trengcbliebcnen den wahren Geist der ächten Bildung verkannten, und sich der Riß im jüdischen Kreise erzeugte, au welchem- »och unsere heutige Zeitgenossenschaft blutet? Wtndern ,dürfen wir uns freilich über dieses nicht, aber

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