Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1866-1867)
- Issue
- Heft 8 (Mai 1867)
- Article
- Von den Beziehungen der allgemeinen Bildungselemente zu der speciell jüdischen Bildung
- Date
- 1867-05-01
- Page
- 256 (sequence 4)
- Language
- German
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256 "sSon den Beziehüngen ‘aftgeinttmitt Wirb, wo die bei den, sich angeblich im Gegensatz zu einander besindenden, Bildungselemente nur in einseitiger Beschränktheit begriffen, nicht in ihrer wahren Bedeutung gewürdigt zu werden vermögen. Unklarheit ist überall die Mutter des Vorurthcilcs. Als im Anfänge des Jahrhunderts die Sohne des jüdischen Volkeaus ihrer gezwungenen Abgeschiedenheit zuerst nach jahrhundertlanger Entfremdung wieder in Berührung mit den Elementen der allgemeinen Bildung traten wir sagen: ״wieder", denn es war diese Entfremdung durchaus keine ursprüngliche, etwa aus dem Wesen des JudcnthumS nothwendig resultirende, wie die glanzenden Blätter der jüdischen Kultur- und Literargeschtchte glücklicherer Zeiten bezeugen — da fanden sie diese allgemeine» Bildungselemente selbst in einem mit Bewußtsein ausgesprochene» Gegensatz zu den confessionellen Institutionen, durch welche und in welchen die religtosen Anschauungen von der Vergangenheit der Gegenwart überliefert worden, ja, es galt zum Theil dieser Gegensatz den religiösen Anschauungen überhaupt. Ist doch dieser Gegensatz auch heute, wo bereits daS Jahrhundert längst seine Mitte überschritten, noch ein Ferment, das dt« Gemüther der nichtjüdischen Welt in beständiger 1 Anregung erhält, und unter der Bezeichnung eines Kampfes des Glau- \ hens und Wissens, der Kirche und der Wissenschaft, die rüstigsten! Streiter hüben und drüben unter die gegensätzlichen Banner sammelt. Dürfen wir uns wundern, daß bei der geistigen Gewecktheit der jüdischen Generation dieser gegensätzliche Kampf bei der ersten Berührung mit den Elementen, innerhalb deren er entsprungen und bereits zum lebhaften Ausdruck gelangt war, sofort auch in das jübische Lager überging und dort, wo das ״Religiöse" nicht nur Eine Seite der menschlichen Lebcnsentfaltnng berührt, sondern das geistige, sittliche, sociale Leben in seiner Totalität umfängt, nur eine um so größere Erschütterung hervorrief? Dürfen wir uns wundern, daß die damalige jüngere Generation sich prüfungslos dem Genius einer neu erwachten Zeitbildung in die Arme warf, der sich ihnen in Währheit als den Geist der endlichen Erlösung von hcrabwürdigeNdem Druck ankündigte, ihm, der für sie das Bollwerk socialen Vorurtheis niederzüwerfen verhieß, auch dahin folgte, wo er seine Fahne gegen vermeintliches religiöses Vorurtheil trüg, und bald in unglückseliger