Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1866-1867)
- Issue
- Heft 8 (Mai 1867)
- Article
- Von den Beziehungen der allgemeinen Bildungselemente zu der speciell jüdischen Bildung
- Date
- 1867-05-01
- Page
- 255 (sequence 3)
- Language
- German
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Bildungselemsnte zu der speciell jüdische« Bildung. , 255 Allein auch für die Würdigung unserer Bestrebungen in weitereu Kreisen dürfte eine Darlegung der Innigkeit dieser Beziehungen vom Standpunkte des jüdischen Interesses wünschenswcrth erscheinen, selbst nachdem wir bereits im vorjährigen Programm die!licht geringe Bedeutsamkeit unseres hebräischen Unterrichts für die allgemeinen Bildungsintercssen nachgewiescn. Der Grad der Voraussetzung, ob eine Anstalt alle ihr überwiesenen Unterrichtszweige aus tief innerer Ueberzeugung mit gleicher Wärme umfasst, oder sie das eine oder andere Element nur als ein ihr von äußeren Umständen aufgenvthigtes pflegt, ick sicherlich für daS Vertrauen nicht gleichgültig, daS sie für ihre Gcsaunntbestrebungen in Anspruch nimmt. Rur waS in dem Boden der Ueberzeugung wurzelt, wird mit Begeisterung ergriffen; das Kind des Compromisses wird immer nur einer Pflege stiefmütterlicher Berechnung gewärtig sein dürfen. Glaubte man doch an dem Tage der Eröffnung unserer Anstalt vor vierzehn Jahren, dieselbe von vorn herein in der öffentlichen Meinung durch den Hinweis auf die sogenannte orthodox jüdische Richtung discrcditircn zu dürfen, von welcher, wie man vorgab, eine aufrichtige Pflege allgemein wissenschaftlicher Bildung nicht erwartet werden könne. Und wenn wir auf diesen antagonistischen ״Glück-auf"- Gruß heute, nach vierzehnjährigem Bestände unserer Anstalt, nun um so mehr mit heiterer Genugthuung Hinblicken dürfen, je mehr wir es mit freundlicher Gesinnung anerkennen, wie sehr bald man von diesem Vornrtheile sich lossagtc und den faktische» Leistungen unserer Anstalt im Gebiete der allgemeinen Bildung volle Gerechtigkeit angedeihe» ließ: so gewinnt unsere heutige Betrachtung dadurch nur um so mehr den reinen Standpunkt klarer, ruhiger Objektiv!- tat, und darf sich gottlob von jedem apologetischen Anhauch völlig frei halten. Daß in jüdischen Kreisen von aufrichtigen und begeisterten Freunden jüdischen Wissens und jüdischen Lebens die Einführung der Jugend in die Hallen allgemeiner Bildung nicht ohne einige Bcsorgniß erblickt ward, und diese Bcsorgniß noch heute nicht überall geschwunden ist, darf durchaus nicht Wunder nehmen. So gewiß wir der Ueberzeugung leben, daß diese Bcsorgniß nur aus einem Vorurtheil entsprungen, so erklärlich finden wir aus allgemeinen und besonderen Gründen ein solches Vorurtheil, das überall da herrschen 15*