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Jeschurun · 1867-04-01 · Heft 7 (April 1867) · p. 245

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
13 (1866-1867)
Issue
Heft 7 (April 1867)
Article
Risse
Date
1867-04-01
Page
245 (sequence 5)
Language
German
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245 SBcnt S... möchte ihr Jemand etwas recht Arges thun, damit sie ihm nicht nur verzeihen, sondern noch recht viel Gutes dafür erweisen könnte — Warum sollte ich also nicht wünschen zu Helenens und Moritzens Glück beizutragen, vorzüglich, da sie ja nicht einmal wissen, daß. sie mir wehe gethan." Rosa fand den Vorschlag nicht unvernünftig, sie sprach mit ihrer Schwägerin und ihrem Manne darüber, und Alle waren der Ansicht, Helene sollte es versuchen. Dem jungen Mädchen klopfte das Herz, sie hatte ihren Vater seit mehr als zehn Jahren nicht gesehen, und von jeher mehr Furcht als Liebe für ihn empfunden, sie erinnerte sich nicht, je ein freundliches Wort von ihm vernommen zu haben, er hatte sie stets roh und abstoßend behandelt, aber sie verbarg die Angst ihres Herzens und erklärte sich bereit schon am folgenden Tage sich aus den Weg zu machen — De Menza schüttelte den Kopf, auch er kannte seinen ehemaligen Chef, und machte sich daher wenig Hoffnung. Doch zurückhalten wollte er seine Braut auch nicht. Eine Geschäftsreise führte Viktor tu der kommenden Woche in die Nähe von B., ganz hingeleiten konnte er Helene zwar nicht, aber er schrieb seinem Schwager Jakob und e. suchte ihn, seiner Nichte einige Stationen entgegen zu fahren. Wie verabredet so ausgeführt. Von den heißesten Segnungen ihrer Mutter, ihres Verlobten, so wie aller ihrer Verwandten begleitet, trat Helene ihre Reise an und befand sich bereits am Ende der nächsten Woche ln ihrer Vaterstadt. Es war das erste Mal seit zehn Jahren, daß sie sich fern von ihrer Mutter befand und sehnsuchtsvoll gedachte sie ihrer. Doch mit väterlicher Zärtlichkeit von ihrem Onkel empfangen und seiner Familie zugeführt, fühlte sie sich auch bald heimisch in diesem freundlichen Kreise. In den ersten Jahren nach dem Ableben seines Vaters war Jakob zwar noch oft heimgesucht worden von nagenden Gewissensbisse», die ihm die Erinnerung an die Sterbestunde seines Vaters verursachte, doch als er es endlich über sich gewonnen hatte, der treuen Gattin mitzutheilcn, was seine Seele belastete, da fand er an ihrem klaren, starken Geist einen Halt, au den er sich lehnte in trüben Stunden, und der ihm allmälig half, diese ganz zu verscheuchen — Gutgeartete, hoffnungsvolle, blühende Kinder füllten sein

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