Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1866-1867)
- Issue
- Heft 6 (März 1867)
- Article
- Die pathologische Anatomie des Talmud
- Date
- 1867-03-01
- Page
- 194 (sequence 8)
- Language
- German
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194 Die pathologischeÄnatoime des Talmud. Der zweite Von Rabbi Nathan gebrachte Fall in welchem das Kind ein blasses ins grünliche spielendes Hantcolorit darbot, war ohne Zweifel ein hochgradiger anämischer Zustand, bei welchem sich auch bei Erwachsenen zuweilen ein ähnliches Cvlvrit ausbildet. Solche Schwäch eznstände wiederholen sich ebenfalls häufig bei Kindern derselben Mutter, und beweist die richtige Erkenntniß des anämischen Zustandes als Ursache des Todes, und der darauf basirende ärztliche .Rath jedenfalls einen acht praktischen Blick. Auf diese beiden Fälle des Rabbi Nathan weist die Geinara hin, indem sie die rothc und blast-grünliche Färbung der Lungenoberfläcke für koscher erklärt. Sie nimmt dabei, wie wir schon oben erwähnt, nur vorübergehende Circnlationsänderungen und keine entzündliche Ernährungsstörungen der Lungensnbstanz selbst als Entstehungsgrund an. Anders ist es mit einer andern pathologischen Farbcnveränderung die sich ebenfalls ziemlich häufig an der Lungenoberfläche findet, nämlich der f ch Warze n. Von ihr gilt der Satz, daß jede ״wie Dinte schwarze Färbung der Lungcnsubstanz trefo ist. Denn Rabbi Chanina sagt, schwarz ist eine unter pathologischen (besonders entzündlichen) Verhältnissen sich ans der rothen bildende Farbe."*) Prüfen wir die Rationalität dieses Trefoth, so können wir behaupten: . ״Schwarz ist pathologisch verändertes Roth" in diesen wenigen Worten ist die Lehre der pathologischen Pigmentbildung, wie sie die neuesten Forschungen dargelegt haben, enthalten. Es ist vor allem das Verdienst Virchow's, nachgewiesen zu haben, daß das auch beim Menschen an der Lungenoberfläche sehr häufig sich findende schwarze Pigment, aus kleinen Blutaustretungen entsteht. ■; Es ist dies ein Vorgang der auch mit der Pigmentbildung an den übrigen Stellen des Körpers übereinstimmt. In den meisten Fällen giebt nämlich eine vorausgehende sog. Stase oder Entzündung in den feinsten Blutgefäßen, den Capillaren, in welchen sich unter pathologischen Verhältnissen das Blut anhäuft und stockt, den Ausgangspunkt des. Blutaustritts ab. Durch diese Anhäufung des Blutes an einer circumskripten Stelle der Gefäßbahn wird nämlich der normale Druck des Blutes auf die Gefäßwandungen, der *) Chulin 0. 0. O.