Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1866-1867)
- Issue
- Heft 6 (März 1867)
- Article
- Die pathologische Anatomie des Talmud
- Date
- 1867-03-01
- Page
- 193 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Bon Pr. Mä. Marcus H:M. 193; ׳׳ kleine Kreislauf nicht genägenh entwickelte, und dadurch eine abnorm große Blutmenge im großen Kreislauf angesammelt Mr. Oder es waren Circulationshtndernisse am Herzen und den großen Gefäßstammen vorhanden, die ebenfalls durch Blutstauung im kleinen Kreislauf eine abnorme Blutanhäufung und Färbung an der Periserie des Körpers zur Folge haben, Symptome die in vielen Fällen von Cyanose, der sog. Blansucht, vorhanden sind. Kinder die an. einer dieser beiden hier möglichen Anomalien leiden, sind nun in der That fast immer sehr schwach, die Wärmeerzeugung ist auffallend gering, und sie besitzen nur wenig Widerstandsfähigkeit gegen jedwede äußere Eingriffe und Schädlichkeiten. Bei dieser großen Vulnerabilität ist es deßhalb auch wohl möglich, daß Kinder selbst eine so wenig eingreifende Operation wie die Beschneidung nicht ertragen können. Bei fortschreitender Kräftigung des Organismus pflegen sich aber in einzelnen Fällen, namentlich wenn nicht bedeutende organische Cirknlationshtndernisse angeboren sind, die Symptome zu verlieren, die VerLheilung und Oxydation des Blutes wird eine normalere, und die früher fatale Operation kann in späterer Zeit vollkommen gut ertragen werden. Einer dieser beiden Fälle *) scheint dem ersteren Faktum zu Grunde gelegen zu haben. *) Welcher von beiden dürfte jedoch schwer zu entscheiden sein. Für eine primäre Schwäche der Respiration und dadurch bedingte Circulations- Hemmung würde mehr die später eingetretene Besserung, für eine sog. Cyanose mehr der Umstand, daß dieselbe sich zuweilen, wie in dem vorliegenden Falle, bei mehreren Kindern derselben Mutter wiederholt, sprechen. Auf den ersten Blick könnte man vielleicht auch glauben, daß hier der Fall eines sog. Bluters, der sich wie bekannt auch häufig in einer Familie wiederholt, Vorgelegen habe. Allein wäre der Tod so unmittelbar wie bei der Verwundung eines Bluters, auf den Akt der Beschneidung erfolgt, die beiden Knaben also an Verblutung gestorben, so würde das wohl im Wortlaute der Erzählung angedeutet worden sein. Andererseits erlosch in fast allen bis jetzt bekannt gewordenen Fällen von Hämophilie, die Bluterdiäthese erst mit dem, fast immer durch profuse Blutungen in Folge einer oft nur geringfügigen Verletzung erfolgenden Tode, und nicht wie im vorliegenden so frühzeitig und vollkommen, daß eine Operation gefahrlos vorgenommen werden konnte. Rasch: zu unserer Stelle findet die Gefahr ebenfalls in einer in Folge des Circulationsfehlers bedingten Schwäche, während in der Parallelstelle Sabbath 134 eine Verblutung fürchtet.