Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1866-1867)
- Issue
- Heft 6 (März 1867)
- Article
- Die pathologische Anatomie des Talmud
- Date
- 1867-03-01
- Page
- 191 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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- Rashi 1× ep/1002670
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Von Dr. med. Marcus Hirsch. 191 erklärt wird, während die Leberfarbe koscher ist. Nach Raschi deß- Halb, weil die erstere auf einen entzündlichen Vorgang, mit späterer Gefahr für Substanzverlust, hinweist. Die Schwierigkeit den Unterschied zwischen der rothen Farbe im Allgemeinen, der Farbe des Fleisches, die wie schon nachtalmudische Quellen bemerken nach dem Fettgehalte und dem Alter des Thieres so sehr variirt, und der Farbe der Leber so strikte fcstzuhalten, um darauf hin ganz verschiedene gesetzliche Entscheidungen zu treffen, haben wir schon oben beleuchtet. Als eine andere Farbcnveränderung finden wir das Auftreten einer blauen Färbung der Lungenoberfläche angeführt. Sie dürfte, nach der Analogie beim Menschen, ziemlich häufiz sein, und wie dort auf einer hochgradigen Hyperämie beruhen, und nur ein höherer Grad der rothen Färbung darstellen. Wie wir gesehen haben, betrachtet der Talmud diese rothe Färbung als auf einer bloßen Congestton beruhend und einer Restitution zum Normalen fähig; es ist deßhalb auch durchaus rationell, wenn er auch die blaue Färbung, die ja nur ein höherer Grad der rothen ist, als koscher erklärt*). Eine weitere Farbenveränderiing die an der Lunge vorkommt, ist das Auftreten einer grünen Färbung und zwar einer mehr hellgrünen wie es der Talmud weiterhin erläutert. Nach dem zur Begründung des gesetzlichen Urtheils über diese Farbeveränderung angeführten Faktum, haben wir uns hierunter nämlich keine vollkommen gesättigte über die Lungenoberfläche verbreitete Färbung zu denken, sondern mehr eine blasse hier und da in's grünliche spielende Farbe, etwa so wie man es zuweilen im Teint blutarmer durch langwierige Krankheiten erschöpfter Menschen beobachten kann. Der Talmud nimmt die Entstehung dieser Farbcnveränderung deßhalb auch weniger als aus eine Ernährungsstörung der Lun zensubstanz selbst, denn aus eine Schwäche der Blutcirculation und Blutarmuth beruhend an, Fehler, die sich nach und nach ausgletchen können, und erklärt sie deßhalb für koscher. Das dieser Entscheidung zu Grunde liegende Faktum ist übrigens nicht blos für den vorliegenden Fall von Wich- *) Ein Ausspruch Raba's CH ulin 47 b.