Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1866-1867)
- Issue
- Heft 6 (März 1867)
- Article
- Die fünfzehn altjüdischen "Aufwärts"-Lieder
- Date
- 1867-03-01
- Page
- 184 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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•134 Die fünfzehn Müdischen ״Äufwarts"-Lieder. indem er ״Menschen" schuf, Wesen, die aus sittlich freier Energie die Wege seines Dienstes wandeln sollen und darum abweichen können müssen, deren ganze sittliche Hoheit in dieser Möglichkeit deS Abirrcns liegt, deren Gutthat nur Tugend ist, weil ihnen auch das Böse möglich gewesen wäre, denen daher jede Sünde selber das Creditiv ihres Tugendberufes wird, und sie an den sittlichen Adel ihres freien Wesens mahnt — indem er Geschöpfen, zu deren heiligstem Wesen er selber die Fähigkeit zu sündigen bestimmt hat, seine irdische Welt zu Füßen gelegt, ihnen die Erreichung seiner höchsten irdischen Ziele, die Umwandlung einer physischen Welt in ein sittliches Reich frei erfüllter Gotteszwecke der Gerechtigkeit und Sittlichkeit, der Menschlichkeit und der Liebe anvertraut hat, in dem Augenblick hat er auch die Sünde, die temporäre Richterfüüung seiner Zwecke vorausgcsehen, hat er auch die Sünde und und die immer auf's Neue mögliche Wiedcrerhebung aus der Sünde in seinem Weltenplane mitbedacht, hat seinem gebietenden Gesetze die Liebe der Vergebung zugcsellt, und sein sündenfähiges Geschöpf so mit der jederzeit möglichen Selbsterhebungsfähigkeit ausgestattet, als ihm seine Verzeihung und seinen Beistand in diesem Erlösungöstreben ans den Banden der Sünde zngesichert. 4. ״Denn bei Ihm ist die Verzeihung, damit Er gefürchtet werde" — keines Mittlers, keines Fürsprechers, keines stellvertretenden Opfers bedarf das Geschöpf um sich mit seinem Schöpfer, seinem Vater und Herrn wieder zurecht zu finden; unmittelbar auS der tiefsten Tiefe sucht er selber sein verlorenes Kind auf, nun es wieder in die Nähe seiner Liebe und seines Erbarmens emporzubcben, seine Vergangenheit ausznlöschen und ihm eine neue, von allen Folgen der Vergangenheit unberührte, reine Zukunft zu schenken, in welcher er ferner ״gefürchtet" werde, fortan die gewissenhafte Treue und den freien Willen erfüllenden Gehorsam finde, die sein Kind in der Vergangenheit aus de» Augen verloren. ״Bei ihm ist die Verzeihung" — nur Er kann verzeihen. — keines Sterblichen, selber ja der Vergebung Bedürftigen, Mund kann den Sünder rein sprechen, und noch viel weniger rein machen. N ur Er, der so allmächtig als gnadvoll ist, kann in der Fülle seiner Allmacht und Gnade für den Menschen das Wunder aller Wunder, die Tilgung der Folgen aus der Vergangenheit, vollbringen, die