Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1866-1867)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1867)
- Article
- Risse
- Date
- 1867-02-01
- Page
- 168 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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schon ein cknsehMches Häuschen Gold vor M 'liegen, da mit einem Mal Hielt er inüe. Der Geschäftsmann in ihm hatte über den Spie- M die Oberhand erlangt. Er füllte die Taschen mit dem Gold und bMeß den Tisch. Er befand sich in einer Aufregung wilder Freude, fein Athem glühte, unruhig pochte sein Herz; mit den Händen in den Taschen drückte er den Gewinn fest an sich, so viel hatte er noch nie ge- Wonnen. Er begab sich zum Bahnhof, es war »och eine halbe Stunde bis zur Abfahrt — er trat in die Reßanration und ließ sich Wein geben, vom besten, vom glühendsten — Hastig trank er — mehrere Flaschen hatte er bereits geleert, als es zun! Einsteigen läutete — Berauscht vom Glück und vom Wein bestieg er den Waggon — Ermüdet von den Aufregungen des Tages, lehnte er in die weichgepolsterte Ecke; seine Augen schlossen sich und das Schaukeln des Fahrens, wiegte ihn bald in eine Art von Schlaf. Aber es war kein sanfter, erquickender Schlummer, wirre Träume durchgaukelten das erhitzte Gehirn — In seiner erregten Phantasie durchlebte er bte verflossenen Stunden noch einmal — Wieder befand er sich im Spielsaäl am Roulette-Tisch und wieder gewann er — aber während er nun auch im Traume dachte: wenn das der Väter sehen würde, blickte er, wie gewöhnlich beim Spiele, auf die unaufhörlich sich drehende Kugel, die über Gewinn und Verlust zu entscheiden hatte. Abex was war das? grauenvolles Spiel deS Zufalls! Die Kugel, die sich drehte hatte ja das Gesicht seines Vaters, nicht des lebenden, sondern des sterbenden — Und war nun das unaufhaltsame Drehen daran Schuld oder irgend etwas anderes, er wüßte im Traume sich ‘ keine Rechenschaft darüber zu geben, aber bas Gesicht auf der Kugel kam ihm viel schrecklicher vor als das im Beite — Er wollte im Traume die Augen schließen, aber er ver- -mochte bs nicht, fort und fort müßte er das Gesicht anblicken, das sich beständig drehte, und im Drehen den Ausdruck stets wechselte. Bald schaute es bittend, bald verzweifelnd, bald drohend, bald wieder verzweifelnd, immer aber gleich unheilvoll aus den unglücklichen Sohn mit den vielen Dukaten vor sich — Und das Drehen dieser Kugel Verursachte auch einen ganz anderen Ton, man vernahm nicht bäs gewöhnliche Summen oder Schwirren, sondern wie ei» Stöh-