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Jeschurun · 1867-02-01 · Heft 5 (Februar 1867) · p. 167

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
13 (1866-1867)
Issue
Heft 5 (Februar 1867)
Article
Risse
Date
1867-02-01
Page
167 (sequence 2)
Language
German
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Von S... 167 Hause der Gebrüder Schwarz, zum ersten Male war es auch am Sabbath geöffnet, und reges Geschäftsleben füllte seine Räume. Von dem übtgen Personale hatte keiner sich geweigert, auch am Sabbath im Comptoir sich einzufinden, obgleich sie sämmtlich Juden. Unangenehm war es freilich Allen. Die Einen beklagten den freien Tag, die Andern, daß sie, wie sie sich ausdrückten, nun gezwungen waren den Sabbath zu entweihen, den Muth es zu versagen hatte keiner mehr. Ein eigenthümliches Gefühl von Befriedigung hob die Brust des jungen Chefs, als Louis am Morgen die Droschke bestieg um zum Bahnhof zu fahren, und nun zum ersten Mal am Sabbath die weitgeöffneten Thüren ihres Geschäftslvkals erblickte. Er mußte unwillkürlich an den tobten Vater denken, was der wohl für'u Gesicht machen würde, wenn er so durch die Erde durch heraufblicken könnte — er mußte lachen, und doch überlief's ihn wie ein leichter Schauer. Aber er wußte sich solcher Kindereien zu erwehren, war er doch ein Freigeist vom Scheitel bis zur Sohle. — Fort ging's zum Bahn- Hof und von dort nach B. und mit seltenem Geschick und Glück beendete er die Geschästssache dort, denn er war ein tüchtiger Geschäftsmann. — Doch heute war es ihm noch ganz besonders geglückt, er fühlte sich stolz und selbstzufrieden, und weil ihm noch mehrere Stunden bis zur Rückfahrt blieben, so beschloß er sie zu nützen, und sie seinem Lieblingsvergnügen zu weihen. Die Saison war noch nicht geschloffen, so waren auch die Spielsäle des Badestädtchens noch geöffnet. Er trat zum Roulette und setzte. Wie oft hatte ihn der Vater vor dieser unglückseligen Leidenschaft gewarnt, aber wie alle Mahnungen, so hatte er auch diese verachtet. Und warum sollte er denn eigentlich nicht spielen? er gewann ja fast immer — Auch heute, er setzte und gewann; erließ Einsatz und Gewinn stehen, und gewann wieder und so gings fort, immer und immer gewann er — Wenn das der Vater sehen könnte — trotz des Sabbaths und trotz der unbeachteten Warnungen, dieses ungeheuere Glück — Aber warum mußte er heute nur so oft an den tobten Vater denken? — Er spielte weiter und gewann wieder und wieder, und seine Augen leuchteten in unheimlichem Glanze der Geldgier. Er hatte 10*

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