Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1866-1867)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1867)
- Article
- Risse
- Date
- 1867-02-01
- Page
- 169 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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neu klang es und wie ein ״versprecht's" — Und dieses Spiel schien, gar kein Ende zu nehmen, Jahre hindurch schien es zu währen, und mehr und mehr beengte es die Brust des Schauenden, kalter Schwelst, rieselte ihm von der Stirn — Er schrie laut auf im Schlaf — Da empfand er plötzlich einen durchdringenden, heftigen Schmerz.. Er erwachte, schlug die Augen auf und glaubte das Gesicht eines. Mannes, eines Spielers, mit dem er vorhin beim Roulette zusammen getroffen, über sich gebeugt zu sehen, gleich daraus aber sank er bewußtlos zurück. Als der Zug seinen Bestimmungsort erreicht hatte und der Conduktcur die Thüren der Waggons öffnete, trat er voll. Entsetzen zurück, als er in einem derselben einen Mann in seinem Bluse liegen fand. Er machte Lärm nnd von allen Seite» eilten Leute herbei, dem allem Anscheine nach Leblosen die möglichste Hülfe zu leisten — Daß ein Raubmord stattgefunden, unterlag keinem Zweifel, die Taschen des Unglücklichen waren vollständig ausgelehrt und Hingon zum Theil umgewendet aus den Kleidern. Ein rasch herbeigerufener Arzt verband die klaffende Wunde, gab jedoch wenig Hoffnung auf das Leben des Verwundeten, Mit der größten Vorsicht brachte man ihn in das Haus seiner Mutter. Viele Wochen schwebte sein Leben in Gefahr — Tagelang wich die Mutter nicht von seinem Bette. Das Bewußtsein war ihm noch immer nicht zurückgekehrt und voll Entsetzen lauschte sie seinen Fiebcrphantasien, in denen der Traum, der ihn kurz vor seinerVerwundung so sehr beängstigt hatte, nicht selten vorherrschte. Endlich siegte seine kräftige Natur, das Fieber schwand und der Arzt erklärte ihn außer Gefahr, aber er war noch schwach, sehr schwach. Allmählig jedoch erholte er sich, nur war er nicht im Stande sich auf das Erlebte zu bcsiunen. Daß er in Geschäften in K. gewesen und dort viel gewonnen hatte, das wußte er, aber nichts weiter — Die Mutter theilte ihm das Uebrige nach ihrer Art in ziemlich schonender Weise mit und auch von seinen Phantasien sprach sie mit ihm. Mit thränenden Augen gestand sie, daß sie fn seinem Unsglück eine Strafe des Himmels, oder doch wenigstens einen Fingerzeig zu erblicken glaube, denn er habe doch gar zu rasch de!» letztes