Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1866-1867)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1867)
- Article
- Die fünf Megilloth [Rezension]
- Date
- 1867-02-01
- Page
- 157 (sequence 4)
- Language
- German
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157 sichtlich ist, itt anderen Stellen der Peschito, z.B. SW ha Schirim 1, 3 und 6, 8 durch das entsprechende עליכזותא übersetzt wird. Auch Jes. 9, 5 wird in der Peschito im Sinne der christlichen Dogmatik übertragen, da der Name Gottes zum Objekte gezogen und als Bezeichnung des Messias aufgcfaßt wird. Sehr prägnant tritt die christliche Tendenz des Vertenten auch Jes. 52, 15 hervorwo das Wort יזה durch מד3א wiedergegeben wird; diese dem Targum und den jüdischen Erklärcrn widersprechende Auffassung, deren Unzulässigkett auch von Gesenius und Knobel z. St. durch sprachliche Gründe nachgewiesen wird, zeigt ebenfalls deutlich, wie sehr der Vwfaffer der Pcschito bestrebt war, christliche Dogmen in die Bibel hineinzutragen. Nach Gesenius a. a. O. S. 86 befinden sich auch in der Psalmenübcrsetzung ״ganz willkürliche christliche Umdeutungcn in den Ueberschriften, z. B. von Ps. 2. 7. 10. 18. 22." Es werden daher weit mehr als die vom Verfasser berücksichtigten Stellen für den christlichen Ursprung der Pcschito angeführt. Wenn nun änßere Gründe vorhanden wären, um derentwillen man der Pcschito einen jüdischen Ursprung zu vindiciren hätte, so wäre man allerdings genvthigt, die auf christliche Tendenzen hinwet׳ enden Stellen diaskeuasttscheu Händen zuzuschrcibcn; da aber für den vermeintlichen jüdischen Ursprung der Pcschito von dem Verfasser ebenso wenig als von Richard Simon, der, so weit uns bekannt, der erste war, der im Jahre 1685 einen jüdischen Ursprung der Pcschito behauptete, ein anderer Grund als die Wörtlichkeit der Uebersetzung und die hieraus hervorgehende Kenntniß des Hebräischen angeführt wurde, die nur von Juden zu erwarten sei, dieser Grund aber, wie wir bereits gezeigt, ein unhaltbarer ist, erscheint es durchaus nicht genügend motivirt, in allen auf einen christlichen Verfasser hinweisenden Stellen der Uebersetzung Aenderungcn und Interpolationen von späterer Hand zu erblicken, sondern ist die Autorschaft der Pcschito entweder mit Geseuius und den von ihm a. <1■ O. hiefür angeführte» Autoren einem syrischen Christen oder mit Dathe einem getauften Juden zuzuschreiben. Für letztere Ansicht dürfte jedoch der Umstand sprechen, daß die Aehnlichkeit des Ehaldäischcn und Syrischen, um derentwillen Gesenius ״die Annahme eines Proselyten aus dem Judcnthum ganz unnothig^findet, einem mit dem Hebräischen nur wenig vertrauten