Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1866-1867)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1867)
- Article
- Die fünfzehn altjüdischen "Aufwärts"-Lieder
- Date
- 1867-02-01
- Page
- 152 (sequence 4)
- Language
- German
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15ä Die fünfjkhii iiftjübischest j,ÄÜsw«!Ä"-Lieder. M Einrichtungen des HerkömmettS gesichert wähnt, Gott׳ laßt es ein rasches Ende Nehmen, denn Gott ist gerecht. 5. Es ist eben in ihrem eigenen Interesse uüd im Interesse des Heiles aller ans sie Hingewtescnen, daß der Äcker der Zukunft- Hoffnung der Völker nicht mehr im Geiste dieses Shstem's bestellt wird, daß die Völker aufhören Zions-Hasser zu sein, daß sie sich allmälig mit dem Geiste befreunden, der sein Wort von Zion aus in die Gcmüther der Menschen dringen und sie nur die Saaten des Rechts Und der Menschlichkeit, der Liebe und der sittlichen Lebens'- Heiligung in den Boden ihrer Zukunft streuen lassen will. Zions- Haß hat keine Zukunft auf Erden. Der Geist, der mit Rechtshöhnung und Vergewaltigung Anderer se in e n Acker bestellen will, betrügt sich selbst um die eigene Erndtc. יבשו, singt unser Lied, in ihren eigenen Erwartungen getäuscht werden alle, inr Gegensatz zu dem durch Zion geheiligten Principe, sich versuchenden Bemühungen.׳ Das Unrecht, das wir an Andern üben, kehrt sich gegen uns selbst; das Recht, das wir Andern versagen, können wir znM eigenen Schutz nicht aurufen; die Rechtshöhnung, der wir im vermeintlich eigenen Interesse zujubeln, haben wir damit zu unserer eigenen Unterdrückung sanktionirt. Und der Genius der Menschlichkeit, dem wir, uns hülflos Pretsgegebenen gegenüber, kein Gehör geben, flieht die Stätte unseres eigenen Lebensbau's und überläßt uns dem Geiste der Roheit und der Barbarei, unter deren Hauche keine wahrhaft menschliche Glückesblüthe gedeiht. Wenn es eine Lehre gibt, die die Geschichte auf allen ihren Blättern, die vorallem die mit Blut und Thränen jüdischer Leiden benetzten Blätter mittelalterlicher Geschichte lehren, so ist es die: an der Behandlung, die das durch keine Macht vertretene Recht der Armen, Schwachen, Fremden, Hülflosen jeder Art in Mitte der Gewaltigen findet, liest sich das Prognostikon det Zukunft der Völker, ja, liest sich die wahre GlückesschätzUng ihrer jedesmaligen Gegenwart ab. 6. ״Dächergras ist ihr Glück", singt unser Lied, ״das schon, bevor man es ausreißt, dorrt." Luftig hoch scheint ihr Glück zu stehen, empfängt Sonnenschein und Regen nur aus der ersten Hand/ und ist doch schon dürr, selbst bevor die ordnende Hand es auSreutet. Warum? Weil ihm der berechtigte, geeignete Boden fehlt, weil eS schmarotzerarttg auf fremdem Hüttendach gedeihen will, und weil