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Jeschurun · 1867-02-01 · Heft 5 (Februar 1867) · p. 153

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
13 (1866-1867)
Issue
Heft 5 (Februar 1867)
Article
Die fünfzehn altjüdischen "Aufwärts"-Lieder
Date
1867-02-01
Page
153 (sequence 5)
Language
German
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10. Das Glück der Andern. 183 Gott gerecht ist und auch das Menschenherz für Recht und Liebe geschaffen, und es den Segen heiterer Lebensfreude selber nur auf dem Wege des Rechts und der Liebe finden laßt. 7. ״Wer mtt Thränen säet," sang oben unser Lied, ״wird mit Jauchzen erndten," und ״jauchzend seine Garben heimbringen;" wer aber auf Thränen säet, wer lachend seine Saat auf den Acker der Weinenden streut, dem wächst nur erndteloscö ״Dächcrgras", daö ״noch nie die Hand des Schnitters, nie den Arm des Garbenbindcrs hat gefüllt," das noch nie dem Besitzer selbst wahre Befriedignng gewährt hat, denn 8. cs hat ihm von je der Beifall Gottes und der Menschen gefehlt. Keinen Segens-Gruß haben ihm die □עוברי, die unbetheiligten, vorübergehenden Beobachter zngcrufen, haben nicht gewagt, ihm den Segen im Namen Gottes zu verheißen, und es kann der Mensch des Beifalls Gottes und der Menschen nicht entrathen. Alles innere Sclbstlob verstummt wenn es kein freudiges Echo in dem Bewußtsein Gottes und der Menschen findet, und auf dem Gipfel des Glückeö ist der Glücklichste arm, wenn ihn die Beifall versagende Stimme Gottes und der Welt einsam läßt — DaS tst.daS Zionslicd von dem Glücke der Andern, durch dessen äußere, trügende Hülle der jüdische Volksgeist sich nie hat täuschen lassen und aus seinen unscheinbaren Ghetto-Hütten neidlos auf das Schauspiel eines in Glanz prunkenden Zeitbildes schaute, wo Fanfaren schmetterten, Turniere riefen, Ritter siegten, Pokale blinkten, wo aber neben dem Ritter der Henker grinste, im echooße der Burgen die Ketten klirrten, und er den Geist des Recht und der Sitte, der Menschlichkeit und Milde, des Geistes und der Bildung, wo er die stille menschliche Freude des Menschen am Menschen und am Menschlichen vermißte, die ihm seine Ghetto-Hütten zu Paradiesen gestalteten.

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