Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1866-1867)
- Issue
- Heft 4 (Januar 1867)
- Article
- Sir Moses Montefiore's Bericht über seine Sendung in's heilige Land
- Date
- 1867-01-01
- Page
- 135 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2932754-2932974-2932979-2950503--10436-2950538- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
über seine Sendung in's heilige Land. 135 Reihenfolge mehrere Telegramme aus Jerusalem, welche mir sämrrttlich Willkommen boten. Zahlreiche Deputationen erschienen um mir zu meiner glücklichen Ankunft zu gratulireu. Ich hatte auch׳ das Vergnügen meinen Freund den Consul Herrn Moore zu sprechen, der zu meinem Empfang besonders hingekommen war und alle nöthigen Vorkehrungen für unsere Reise nach der heiligen Stadt getroffen hatte. Ich hatte vor meiner Abreise von England beschlossen, als Ziel unb Zweck meiner Reise, die Lage unserer Brüder im heiligen Lande zu prüfen und. ihre gesellschaftlichen und moralischen Verhältnisse genau zu erforschen, um einen Anhaltspunkt zu finden, ihnen die wirksamste und nachhaltigste Hülse angedeLhen zu lassen zu können. Deßhalb ließ ich verschiedene Tabellen und statistische Dokumente vorbereiten, deren Details, obgleich interessant, doch für diesen Bericht zu ausgedehnt stad. Diese Tafeln verzeichnen die Zahl der Synagogeu, Schulen, Wohlthätigkeitsanstalten und anderen Einrichtungen unserer Glnubensgeue-ssen in Palästina; sie umfassen ausserdem auch eine statistische Tabelle über Alter, Vermögen, Beschäftigung und' Familien der Einwohner. Diese Listen übergab ich den Vertretern der verschiedenen Gemeinden des h. Landes, welche in Jaffa anwesend waren, zum Ausfüllen und schickte sie an die Vorstände der entferntcren Gemeinden. Meine ursprüngliche Abßchl war, mich nach einem Tage Aufenthalt in Jaffa, nach Jerusalem zu begeben; dieses Projekt wurde aber aber durch die Krankheit meines armen Freundes 1)1-. Hodgkin vereitelt. Es wiederstrebte mir sehr, ihn zu verlassen und so blieb ich denn so lange als nur irgend möglich, bis ich durchaus gezwungen war abznreisen, um noch rechtzeitig zum Peßachfeste in Jernsalem einzutreffen. Inzwischen erhielt ich die Beschreibungen all' der Leiden und schrecklichen Todesfälle, welche unsere unglücklichen Brüder während des jüngsten Wüthens der Cholera erduldet hatten. Sehr häufig wurden diese traurigen Erzählungen durch das Erscheineu von grünen Heuschrecken unterbrochen, welche wieder die Borboten einer neuen Unglückszeit werden sollten. Manchen Morgen vor Sonnenaufgang hörten wir die Trommeln durch die Strassen