Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1866-1867)
- Issue
- Heft 4 (Januar 1867)
- Article
- Die deutsch-israelitische Gemeinde in Hamburg
- Date
- 1867-01-01
- Page
- 130 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2932754-2932974-2932979-2950502--10430-2950533- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
130 Die deutsch-isr. Gemeinde in Hamburg. menanstalt insofern hervor, als einige Armenpfleger ihren Pfleglingen das Wochengeld auf ein halbes Jahr im Voraus vorznschießen pflegten und einen ungemeinen günstigen Erfolg von dieser Operation gewahrten. Von 1816 bis. Ende 1869 hat die Anstalt 3,020,19 ) Mark ausgelichen und beträgt das Capital derselben.Ende 1865 54,000 Mark, das sich durch Geschenke, Legate und die erwähnte kleine Gebühr angesammclt hat. In ähnlicher Weise wirkt die ״Hermann Heinc'schc Stiftung", im Jahre 1857 von Salomon Heine mit einem Fonds von 100,000 Mark Banks gegründet. Dieselbe leiht Capitalien nicht unter 1000 Mark Banko und nicht über 6000 Mark Banko z» 1% Prozent dergestalt ans, daß im ersten Jahre nach der Entleihnng kein Abtrag stattstndct, nach dessen Ablauf aber die Rückzahlung in zehn halbjährigen Terinincn erfolgen muß. Der Stifter bestimmte, daß ״mit dem Tage, wo die Juden in Hamburg zur ungehinderten Aus- Übung jeder bürgerlichen Erwcrbsthatigkeit gleich den Christen gesetz lich zngelassen werden" auch Nichtjnden der Wohlihat dieser Stiftung theilhaftig werden können. Dieser Zeitpunkt ist 1849 eingetreten und schenkte der Sohn deS Stifters weitere 100,000 Mark bei dieser Gelegenheit, und wurde die^Zusammensctznng der Verwaltung auö Bekenner» beider Religionen damals angeordnet. 1865 hat derselbe Carl Heine die Stiftung abermals um 100,000 Mark Banko testamentarisch vermehrt und das Statut entsprechend modificirt. .. Das ״Lazarus Gumpel-Stift" besteht ans 91 Farnilieu-Frci- Wohnungen, welche an ״nüchterne, rechtschaffene, unbescholtene und friedliche Personen, die hier in Hamburg znrückgekommcn sind, oder bei redlichem Fleiße doch ihre Miethe nicht aufbringen können" verliehen werden. ״Die Aufznnehmenden muffen sich zur Israelitischen Religion bekennen und muß das Familienhaupt in der Regel minbestens 40 Jahre alt sein." Im Jahre 1865 wohnten 164 Jndividuen im Stift, das einen Rescrvefond von fast 30,000 Mark Banko besitzt. Außerdem cxiftiren noch etwa 120 Stiflungen zu verschiedenen wohlthäligen Zwecken, die zusammen ein Capital von circa l1/.׳, Millionen Mark rcpräsentircn und etwa 40 Vereine für die allsenigsie» religiösen und wohlthäligen Zwecke. Wir schließen diese kurze Schild-rn n der Hambnrgischcn Ge-